Überraschend gute Verkäufe der mobilen Konsole DS flankiert vom unerwartet schwachen Yen haben den japanischen Spielekonzern Nintendo zu einer deutlichen Aufstockung seiner Prognosen veranlasst. Für das laufende Geschäftsjahr (31. März 2007) rechnet das Unternehmen nun mit Umsätzen von 740 Mrd. Yen (4,93 Mrd. Euro) statt zuvor 640 Mrd. Yen (4,27 Mrd. Euro). Die Gewinnprognose hob Nintendo um 20 Prozent auf 100 Mrd. Yen (667 Mio. Euro) an.
Optimistisch für das laufende Geschäftsjahr stimmt Nintendo auch der bevorstehende Launch der Spielkonsole Wii. Während Rivale Sony den Start seiner PS3 in Europa auf März 2007 verschieben musste, will Nintendo sowohl in Europa als auch in Japan und den USA pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in den Kampf um den Konsolenthron eingreifen.
"Speziell für die Wii ist das Potenzial auf dem Markt groß", meint Erste-Bank-Analyst Ronald-Peter Stöferle. Das innovative Steuerungskonzept sei auf den bisherigen Spielemessen schon gut angekommen. Gegenüber der PS3 kann Nintendo mit pünktlichem Start und einer größeren Anzahl von Spielen auftrumpfen. Im Vergleich zu Microsoft verfüge die Wii über einen erheblichen Preisvorteil, so Stöferle. "In der Branche ist wieder ein gewisses Umschwenken auf den Klassiker Nintendo zu verspüren", so der Analyst.
Nintendo hat auch in der ersten Hälfte seines laufenden Geschäftsjahres besser als erwartet abgeschnitten. Nach vorläufigen Berechnungen ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 65 Prozent auf 290 Mrd. Yen (1,93 Mrd. Euro) geklettert. Beim Nettogewinn rechnet Nintendo nun mit 50 Mrd. Yen (333,4 Mio. Euro) und würde damit die ursprünglichen Prognosen in Höhe von 27 Mrd. Yen (180 Mio. Euro) deutlich übertreffen. (
pte)