Opera hat Dienstag, die finale Version seines Webbrowsers Opera 10 veröffentlicht. Die Norweger warten dabei mit drei zentralen Neuerungen auf. Durch die Integration eines speziellen Turbomodus soll Opera 10 andere Webbrowser im Falle von langsamen Verbindungen in Sachen Ladegeschwindigkeit deutlich in den Schatten stellen. Nutzer können fortan auch von der herkömmlichen Darstellung der Tableiste in einen Vorschaumodus wechseln, indem der Inhalt geöffneter Webseiten in Form von visuellen Tabs ständig sichtbar ist. Zudem ist die Benutzeroberfläche einem vollständigen Re-Design unterzogen worden.

"Durch die Komprimierungstechnologie 'Opera Turbo' ermöglicht unser Browser bei langsamen Verbindungen um bis zu acht Mal schnellere Downloads als die Konkurrenz. Diese Werte haben wir in unserem Entwicklungslabor gemessen, wenngleich die Resultate auch von der Übertragungsgeschwindigkeit sowie der relativen Position des Clients zu unseren Servern abhängen", sagt Jan Standal, Vice President of Desktop Products bei Opera. Auch stark angereicherte Webseiten wie Facebook könnten damit ohne längere Wartezeiten geladen werden. Der neu geschaffene Turbomodus kann als eine Art Proxyserver verstanden werden, der für die Komprimierung der zu ladenden Daten zuständig ist. Das Datenvolumen wird zwar kleiner, die Daten selbst werden jedoch nicht beschädigt, weshalb auch Webtechnologien wie Ajax oder Flash damit funktionieren. Mithilfe von Plug-Ins dargestellter Content soll jedoch erst nach einem weiteren Klick angezeigt werden.

Die Entwickler haben auch die Benutzeroberfläche des insbesondere in Skandinavien, Russland und mit Handhelds stark genutzten Browsers völlig überarbeitet. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf den Umgang mit Tabs gelegt. So zeigt der Browser fortan von allen geöffneten Fenstern eine Minivorschau an, sofern Thumbnails vom User erwünscht sind. Dieses Feature wurde jedoch noch nicht soweit an Windows 7 angepasst, als dass sich die Fenstervorschau nahtlos in die Windows-7-Taskleiste integriert. "Opera arbeitet an der Integration in Windows 7. Ein Datum, wann entsprechende Updates veröffentlicht werden, wurde aber noch nicht festgelegt", meint Standal.

Opera hatte schon im Zuge der Testphase - eine erste Betaversion wurde am 3. Juni veröffentlicht - mit Innovationen wie 'Opera Unite' für Aufsehen gesorgt. Weitere Features wie ein überarbeiteter E-Mail-Client, eine für Blogeinträge oder Webmails hilfreiche Rechtschreibkorrektur und verbesserte Tools für Webentwickler machen Opera in der Version 10 zu einem leistungsstarken Browser, der für den Kampf mit Apples Safari und Googles Chrome um den dritten Platz im Browserwettbewerb gerüstet scheint.

Das norwegische Softwarehaus hat auch auf die Einhaltung von Webstandards besonders großen Wert gelegt. "Opera unterstützt alle bisher bekannten HTML5-Elemente, darunter auch Canvas und Webforms 2.0", so der Experte weiter. Die Rendering-Engine Presto bildet in der Version 2.2 das technische Fundament des Browsers. Dieser läuft auf allen großen Plattformen wie Windows, MacOS, Linux, FreeBSD und Solaris und kann ab sofort in 43 Sprachen heruntergeladen werden.

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