Das junge deutsche Unternehmen X-aitment arbeitet an Techniken, um die künstliche Intelligenz in Computerspielen zu verbessern. "Die Spiele-Entwicklung hinkt den Forschungsergebnissen der Künstlichen Intelligenz um 15 Jahre hinterher", meint Andreas Gerber, Geschäftsführer der Firma X-aitment. Die virtuellen Gegner in den meisten Computerspielen sind leicht durchschaut, denn Sie reagieren nach immer ähnlichen Mustern, vergessen schnell und zeigen kaum Gefühle. "Meine Vision ist es, Computerspiele so weit zu entwickeln, dass der Spieler nicht mehr erkennen kann, ob er gegen einen anderen Menschen oder einen Bot spielt", sagt Gerber. X-aitment setzt in den mitentwickelten Spielen sogenannte Multiagenten ein, um die Teamfähigkeit in Spielen zu erhöhen.
"Die Grundidee hinter unserer KI ist der Agent. Dabei handelt es sich um ein kleines Programm, das einen Menschen oder ein Objekt repräsentiert", erläutert Gerber. Wie bei einem Fußballspiel bekommt jeder der vom Computer gesteuerten Spieler eine Aufgabe - beispielsweise Verteidiger, Mittelfeldspieler oder Stürmer - zugewiesen, die er jedoch nur erfolgreich im Team umsetzen kann. Die künstlichen Spieler sind in der Lage, wie Menschen miteinander zu kommunizieren und Rückmeldung zu geben, wenn etwas schief läuft. Dadurch können sie auch komplexere Strategien verfolgen, wie sie zum Beispiel in Echtzeitstrategiespielen wie "Die Siedler" erforderlich sind. "Dieses Spiel ist das erste, das mit Technik aus unserem Haus veröffentlicht wird", so Gerber.
Damit PC-Spiele jedoch interessant bleiben, müssen die Computergegner auch Fehler machen. "Wir wollen keine perfekte KI schaffen, sondern eine glaubwürdige", führt Gerber aus. Dies wird beispielsweise dadurch erreicht, dass jeder Bot ein eigenes Wissen hat. "Was sich in seiner Umgebung abspielt, weiß nur er und nicht sofort das gesamte Kollektiv", so Gerber. Zudem sind die Informationen mit einem Zeitstempel versehen, wodurch ein Vergessen umgesetzt werden kann.
Die für die Computerspiele entwickelten Verfahren können jedoch auch in anderen Bereichen eingesetzt werden. So lässt sich mit Hilfe der Multiagenten zum Beispiel das Fluchtverhalten von Fans bei einer Panik im Fußballstadion simulieren. Weiters kann ein Verkehrschaos vorhergesagt werden, das durch mehrere Baustellen in einer Stadt entstehen kann. Zudem ist es möglich, verschiedene Prozesse in Unternehmen zu modellieren, die bisher von Menschen gesteuert wurden. (pte)







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