Der schnellste Computer der Welt ist zum vierten Mal in Folge die Rechenanlage "BlueGene/L" von IBM. Der US-Supercomputer erledigt 280,6 Billionen Rechenschritte pro Sekunde (Teraflops) und ist damit rund 35 000 Mal schneller als ein leistungsfähiger PC.

Deutschland hat es auf der am Mittwoch in Dresden veröffentlichten Weltrangliste der Supercomputer erstmals seit fünf Jahren wieder unter die ersten zehn geschafft: Das IBM-System "JUBL" (Jülich BlueGene/L) des Forschungszentrums Jülich belegt mit 37,3 Teraflops Rang acht auf der "Top 500"-Liste.

"JUBL" ist nach Angaben des Jülicher Zentrums der weltweit schnellste frei zugängliche Computer für die Forschung. Anders als bei vielen Universitätscomputern können dort Wissenschaftler aus aller Welt Rechenzeit beantragen, die Projekte wählt ein wissenschaftlicher Beirat aus. Die Anlage dient unter anderem der Medizin, der Umweltforschung und der Erforschung der Geschichte des Universums. In Europa ist nur ein Rechner schneller: Der Supercomputer "Tera-10" des französischen Herstellers Bull wird von der französischen Atomenergiebehörde genutzt. Mit einer Rechenleistung von 42,9 Teraflops rangiert er weltweit auf dem fünften Platz.

Der US-Spitzenreiter "Blue Gene/L" steht im Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien im Dienst der US- Atomsicherheitsbehörde NNSA. Die Anlage führt die Weltrangliste mit großem Abstand an und ist bis heute das einzige System, das die Leistung von 100 Teraflops übertroffen hat. Der schnellste Verfolger, ein IBM-Rechner am firmeneigenen Thomas J. Watson Research Center im US-Bundesstaat New York, kommt gerade einmal auf 91,3 Teraflops.