Sony BMG steht wegen seines heftig umstrittenen Kopierschutzes auf seinen Musik-CDs weiter Ärger ins Haus. Die auf einigen Musik-CDs testweise genutzte Schutzsoftware spioniere beim Abhören am PC nach Medienberichten Daten der Nutzer aus und leite sie an die Server von Sony weiter.<P>Die Software «telefoniert nach Hause» titelt der Branchendienst «heise online». Die dabei übertragenen Daten wie Uhrzeit, Internetadresse und Album-Identifikationsnummer könnten Sony BMG die Möglichkeit geben, ungefragt Nutzungsprofile zu erstellen, meinen die «Heise»-Experten. <P>Der umstrittene Kopierschutz war vor einigen Tagen im Internet in die Schlagzeilen geraten. Ein Weblog-Betreiber hatte die versteckte Software auf einigen Musik-CDs der Sony-Musiksparte entdeckt. Für große Aufregung sorgte allerdings, dass die Software mit dem Namen XCP wie ein Computervirus arbeitet und sich vom Anwender unerkannt in die Tiefen des Betriebssystems einnistet. In Deutschland sollen mit XCP bestückte Musik-CDs allerdings noch nicht verkauft worden sein. <P>Ohne zusätzliche Software lässt sich Sonys Kopierschutz nicht wieder entfernen. Erst kurz nach Bekanntwerden wurde im Internet bereits von ersten Trittbrettfahrern berichtet, die die Versteckfunktion der Sony-Kontroll-Software für sich nutzten. So sollen Anhänger des Computerspiels «World of Warcraft» versucht haben, durch die gleichen vorgeschalteten Sonderzeichen in den Dateinamen wie bei XCP ihre Schummel-Programme zu verstecken. Nach Meinung von Experten könnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich weitaus gefährlichere Schadsoftware die XCP-Funktionen zu Nutze machen könnten. </P>