Die Auseinandersetzung zwischen SCO und IBM spitzt sich zu. Nachdem SCO vor über 100 Tagen Big Blue wegen Vertragsbruch sowie Diebstahl von geistigen Eigentum auf eine Mrd. Dollar Schadenersatz geklagt hatte, legte das kleinere Unix-Unternehmen jetzt nach. Nach dem Ablauf eines Ultimatums am vergangenen Freitag widerrief SCO, das die Rechte am Unix-Betriebssystem für sich beansprucht, die Unix-Lizenz des IT-Giganten. Wie das Unternehmen gestern, Montag, in den USA mitteilte, wird eine permanente Verfügung angestrebt, die IBM den Verkauf seines Unix-Derivats AIX verbietet. Der Antrag wurde zusätzlich zum laufenden Verfahren eingebracht. Gleichzeitig wurde die Schadenersatzforderung auf drei Mrd. Dollar erhöht.
<!-- weiterlesen -->
"IBM hat sich dafür entschieden, weiterhin unsere Rechte zu verletzen", gibt sich auch Darl McPride, President und CEO von SCO, entschlossen. "SCO wendet sich an das Gericht, unsere Rechte mit einer permanenten einstweiligen Verfügung durchzusetzen. IBM hat kein Recht mehr AIX zu vertreiben und IBM-Kunden haben kein Recht es zu benutzen." Damit zieht SCO zumindest rhetorisch auch allen Benutzern von IBM-Hardware, die mit AIX läuft, den Boden unter den Füßen weg. Der Antrag auf die permanente Verfügung wurde vor dem United States District Court of Utah eingebracht. SCO will seinen Verfahrensgegner damit zwingen, , jeden weiteren Vertrieb von AIX einzustellen und alle Kopien des Unix System V Source-Codes der aktuellen Grundlage von AIX an SCO zurückzugeben oder zu vernichten. Da allerdings kein Antrag auf eine einstweilige Verfügung eingebracht wurde, werden die Maßnahmen nicht vor Ende des Prozesses wirksam werden.
Laut US-Medien ist sich IBM weiterhin keiner Schuld bewusst. Nach Ansicht des Konzerns ist die Unix-Lizenz weiterhin intakt. "Unsere Lizenz ist unbegrenzt und unwiderrufbar", erklärte Mike Fay, Vice President Communications gegenüber US-Medien. Der Konzern verweist in diesem Zusammenhang auf seine Patente für Unix-Technologien, die aus einer jahrelangen Forschungstätigkeit stammen und droht indirekt mit Gegenklagen an SCO.
SCO hatte im März die IT-Welt geschockt, als es IBM auf eine Mrd. Dollar Schadenersatz verklagt hatte. Big Blue soll Unix-Technologie von AIX übernommen und an die Linux-Gemeinschaft weitergegeben haben. Einen Beweis hatte SCO lange Zeit nicht geliefert. Die Vorgehensweise des Unternehmens hatte heftige Auseinandersetzungen mit der Open-Source-Gemeinschaft ausgelöst.*(<a href=http://www.pressetext.de target=_blank>pte</a>)




Zitieren
Lesezeichen