In der neuesten Spam-Statistik des Sicherheits-Unternehmens Sophos
http://www.sophos.de sind die USA zum wiederholten Mal in Folge auf dem ersten Platz der Spam-verursachenden Nationen gelandet. Während die USA allerdings einen rasanten Abwärtstrend aufweist und den Eigenanteil an der weltweiten Spam-Flut von rund 43 Prozent im August 2004 auf aktuell 24,5 Prozent verbessern konnte, steigt Asien immer rascher zum größten Spam-Produzenten auf. Sophos zufolge entfielen zwischen Oktober und Dezember 2005 bereits über 30 Prozent der versandten Spam-Nachrichten allein auf China und Südkorea. Interessantes Detail am Rande - Österreich landet aktuell auf dem 8. Platz und lässt mit 2,4 Prozent sogar Deutschland hinter sich.
Experten führen den drastisch reduzierten Anteil der USA am Spam-Aufkommen auf das neue CAN-SPAM-Gesetz zurück, das ein hartes Vorgehen gegen Spammer ermöglicht und die Branche mit mehreren Musterprozessen aufgeschreckt hat. So wurde beispielsweise erst kürzlich ein Spammer aus Florida zu 11,2 Mrd. Dollar verurteilt. In anderen Fällen drohen Haftstrafen von mehreren Jahren. "Die vorgelegten Zahlen bedeuten aber nicht automatisch, dass die USA analog zur Statistik als Spam-Verursacher wegfällt", schränkt Sophos-Sicherheitsexperte Christoph Hardy im Gespräch mit pressetext ein. Vielmehr sei davon auszugehen, dass viele Spam-Produzenten immer noch in Amerika angesiedelt seien, ihre Aktivitäten nun aber über landesexterne Bot-Netzwerke durchführen würden, so Hardy.
Der ansteigende Trend zur Verbreitung von Spam-Mails über gekaperte Zombie-PC-Netzwerke ist weiterhin ungebrochen. So werden mittlerweile bereits mehr als 60 Prozent der weltweit versendeten Spam-Flut über Computer abgewickelt, die Hacker mittels eingeschleuster Schadprogramme, Viren, Würmer oder Trojaner für den Massenversand von Spam-Mails missbrauchen. Das gute Abschneiden Deutschlands im internationalen Vergleich lasse auch den vorsichtigen Schluss zu, dass Unternehmen und Privatanwender hierzulande aufgeklärter und besser geschützt seien. Sie könnten daher nicht in dem Maße als Bots missbraucht werden wie User anderer Länder, so Hardy. Andererseits sei aber gerade in den deutschsprachigen Ländern die Zahl gezielter Phishing-Attacken bedenklich im Steigen begriffen, meint Hardy.
Das österreichische Ranking erklärt sich der Spam-Experte mit der derzeit günstigen Wirtschaftssituation des Landes. "Mittlerweile reagiert die Branche sehr zielgerichtet und passt ihre Spamangebote auf den jeweiligen Markt an. Der Trend geht eindeutig weg von den flächendeckend versandten Viagra-Mails hin zu speziellen Angeboten, die auf ganz bestimmte Anwenderkreise zugeschnitten werden", so Hardy abschließend. (
pte)