Der Start der neuen Spielekonsole Xbox 360 des Software-Konzerns Microsoft verlief in Japan schlechter als erwartet. Für das erste Verkaufswochenende hatte der Hersteller 159.000 Geräte an den Handel geliefert. Lediglich rund 62.000 Einheiten wurden jedoch am vergangenen Samstag und Sonntag verkauft. Das geht aus einer heute in Tokio veröffentlichten Studie des Enterbrain-Verlages, der Japans auflagenstärkstes Spiele-Magazin 'Famitsu' herausbringt, hervor.
Die erste Version der Xbox verkaufte sich im Vergleich innerhalb der ersten drei Tage nach Verkaufsstart Anfang 2002 in Japan 123.000 Mal und damit fast doppelt so oft wie die neue Konsole.
"Es gibt nur einen Grund für die niedrigen Verkaufszahlen: Die Verzögerung beim Start von 'Dead or Alive 4'", sagte Munetatsu Matsui, Chefredakteur des Magazins. Umfragen unter den Lesern der Zeitschrift hätten ergeben, dass 61,5 Prozent den Kauf des Spiels planen.
Ursprünglich sollte die Software zusammen mit der Xbox 360 auf den Markt kommen, Microsoft verschob die Veröffentlichung jedoch auf den 29. Dezember. Von Händlern wurde berichtet, dass viele Nutzer daraufhin ihre Vorbestellungen für die Konsole stornierten und erst zum Jahresende einen Kauf planen.
Japan ist für Microsoft ein kritischer Markt. Konkurrent Sony hält hier bisher mit seiner Playstation 2 einen Marktanteil von 80 Prozent. Die erste Xbox wurde trotz eines guten Starts lediglich insgesamt 500.000 Mal verkauft. Mit dem frühen Start der neuen Gerätegeneration sieht Microsoft eine Chance, sich einen Vorsprung zu sichern. Sonys Playstation 3 und Nintendos Revolution werden erst im kommenden Jahr verfügbar sein. Matsui geht davon aus, dass die Xbox-Absatzzahlen im Januar nach Veröffentlichung von "Dead or Alive 4" und "Perfect Dark Zero" deutlich anziehen werden.