Ein ehernes Grundprinzip steht hinter Wikipedia, dem gigantischen Nachschlagewerk im Internet, das von Freiwilligen zusammengetragen wird: Die Inhalte dürfen nicht geschützt sein. Jetzt fiel auf, dass dies auf hunderte Einträge nicht zutrifft.
Einige hundert Einträge der Wikipedia-Datenbank (
de.wikipedia.org) sollen aus DDR-Lexika stammen und könnten damit rechtliche Probleme aufwerfen. Hinzu kommt, dass sehr viele Beiträge weltanschaulich gefärbt sind, denn sie haben ihren Ursprung im Marxistisch-Leninistischen Wörterbuch der Philosophie, das der Rowohlt-Verlag in den siebziger Jahren auch in Westdeutschland erfolgreich verlegte.
Mittlerweile werden die entsprechenden Artikel unter Hochdruck gesucht und vorläufig in einem Quarantäneverzeichnis separiert, bevor sie später gelöscht werden. Offenbar haben mehrere anonyme Anwender unter sechs verschiedenen IP-Adressen von Dezember 2003 bis November 2005 die Artikel so emsig in die Datenbank eingepflegt, dass die interne Selbstkontrolle von Wikipedia ständig zu tun hat.
Bis die Löschaktionen abgeschlossen sind, können noch Monate vergehen. Ob dies Konsequenzen für die über den Buchhandel vertriebenen Wikipedia-CDs und -DVDs hat, ist noch unklar.