Microsofts neue Spielekonsole Xbox 360 war gestern in den USA bei den meisten Einzelhandelsketten bereits ausverkauft. Zugleich boten Tausende Käufer das Gerät auf der Auktionsplattform eBay an: für den fast doppelten Preis. Die großen US-Märkte wie Best Buy und Target hatten landesweit oft keine Geräte mehr in den Regalen. Der Verkauf hatte am vergangenen Dienstag begonnen. Am Mittwochnachmittag (Ortzeit) zählte ein eBay-Sprecher 10.700 Xbox 360 Angebote für einen Durchschnittpreis von 781 Dollar. Gegenwärtig liegt die Zahl der Angebote bei eBay USA bei 25.500.
Gerüchte, nach denen Microsoft eine künstliche Verknappung der Spielekonsole anstrebt, um eine hohe Nachfrage vorzutäuschen, hatte Peter Moore, Leiter der Games-Sparte bei Microsoft, im Vorfeld zurückgewiesen. Die Geräte sollen demnach in einem Lager in Roswell, New Mexico, gebunkert werden. Das sei "lächerlich", so Moore. "Wir versuchen so viele Geräte wie möglich zu den Händlern zu schaffen". Microsoft-Sprecherin Molly O'Donnell erklärte, dass man die Händler so bald als möglich versorgen werde. "Der Nachschub wird wöchentlich ausgeliefert", sagte sie.
Das Basisprodukt kostet offiziell 300 Dollar, im Bundle mit Zubehör, wozu auch eine Festplatte gehört, die die Nutzung von Spielen für die ältere Xbox-Ausgabe erlaubt, müssen 400 Dollar bezahlt werden.
Einige Nutzer beklagten zudem Systemabstürze, kurz nach der Inbetriebnahme der neuen Konsole. Auf Fan-Seiten und im offiziellen Xbox-Forum tauchten entsprechende Beschwerden auf, die Anzahl ist bislang unbekannt. "Wir haben vereinzelte Berichte über Konsolen erhalten, die nicht so arbeiten, wie sie sollten", erklärte O'Donnell. Bei einem Produkt-Lauch dieses Umfangs sei dies normal.