Die malaysische Regierung hat die Polizei angewiesen, Mobiltelefone stichprobenartig auf pornographische Bilder zu überprüfen, berichtet die BBC. Die malaysische Zeitung Harian Metro
http://www.emedia.com.my/Current_News/HM/hmrevamp hatte berichtet, dass Jugendliche Orgien feiern, sich dabei fotografieren und filmen und diese Bilder dann per Handy austauschen. Der Innenminister Malaysias, Noh Omar, ist besorgt, dass sich diese Praxis ausbreitet, und hat die Polizei zur strengen Kontrolle angewiesen. Wenn sie ein Bild oder eine Filmsequenz findet, muss diese sofort gelöscht werden.
Pornographie ist in Malaysia illegal, selbst Kussszenen werden im Fernsehen zensiert. Die Regierung des mehrheitlich muslimischen Landes bestraft den Besitz von pornographischem Material mit 50.000 Ringgit (etwa 10.800 Euro) und maximal fünf Jahren Gefängnis. Auch Internet-Cafes werden kontrolliert und bestraft, wenn ihre Kunden Pornos herunter laden. Wer ein Cybercafe in Malaysia eröffnen will, muss erst eine Kaution von rund 4.000 Euro hinterlegen, wird ein Gast beim Besuch von pornographischen oder nicht-regierungskonformen Seiten erwischt, verliert der Besitzer seine Kaution.
Von der Opposition in Malaysia wurden die neuen Medien als einziges Medium zur Massenkommunikation genutzt, da die konventionellen Medien strenger Zensur unterliegen. Nachdem Malaysia aber strikt gegen nicht-konforme Inhalte vorgeht, befinden sich viele oppositionelle Inhalte auf Servern außerhalb des Landes. Die Regierung Malaysias arbeitet im Gegensatz dazu massiv an der Verbreitung des Internets. Bis 2020 will Malaysia die "Vision 2020 Mahathiers" erreichen. Bei diesem Programm, das Malaysia zu einer der führenden Industrienationen machen soll, spielt der Informationstechnologie-Sektor eine zentrale Rolle. (
pte)