Bill Gates sorgt sich um zunehmende Konkurrenz durch Google
Der Software-Konzern Microsoft sieht in Google eine immer größere Gefahr für das eigene Geschäft heranwachsen. "Wäre die Suche alles, bräuchte man sich nicht so sehr zu sorgen. Sie sind aber ein Software-Unternehmen", sagte Microsoft-Gründer Bill Gates unlängst gegenüber dem US-Wirtschaftsmagazin 'Forbes'.
Doch allein aus der bisher relativ geringen Zahl kleiner Applikationen, erklärt sich die Aufmerksamkeit des Managements aus Redmond, Washington, gegenüber Google nicht. So liegt der Umsatz von rund 40 Milliarden Dollar im Jahr fast zehnmal so hoch. "Google ist nicht nur wegen seiner Websuche interessant, sondern weil sie versuchen, diese in andere Software-Segmenten zu nutzen", so Gates. "Auf ihre Art sind sie uns ähnlicher als jeder andere, mit dem wir je konkurrierten."
Traumjob von Informatik-Absolventen liegt bei Google
Dies mag sich bisher nur in geringem Umfang auf das Geschäft des Konzerns auswirken, der Einfluss des Konkurrenten auf Moral der Redmonder Belegschaft nimmt jedoch zu. Seit über 20 Jahren konnte sich Microsoft stets die besten Köpfe unter den Informatik-Absolventen sichern, der Wunscharbeitsplatz der jungen IT-Experten liegt aber inzwischen bei Google. Monatlich wird außerdem mindestens ein Top-Entwickler durch Google von Microsoft abgeworben. Während dies vor dem Börsengang des Suchmaschinenbetreibers mit der Aussicht auf lukrative Aktienoptionen erklärt wurde, hält der Trend auch nach dem IPO an. Spätestens mit dem Wechsel von Marc Lucovsky, einem der wichtigsten Windows-Entwickler, Anfang März wurde klar, dass das Problem tiefer liegt.
Project Underdog - so der frühere Codename der neuen MSN-Suche - soll den aufstrebenden Konkurrenten nun wieder in seine Schranken weisen. Der Start der neuen Suchmaschine brachte zwar bisher kaum Veränderungen bei den Marktanteilen mit sich. Die Geschichte Microsofts zeigt jedoch, dass der Konzern selbst überlegende Konkurrenten auf deren Kernsegment schlagen kann. Hat Redmond einen Markt ins Visier genommen, wird dieser aggressiv erobert. WordPerfect, Lotus, Novell und Netscape haben dies in der Vergangenheit schmerzlich erlebt.
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