Was in Mainframes schon an der Tagesordnung ist und allmählich auch in Unix-Servern um sich greift, will Intel nun auch für Desktop-PCs möglich machen: den gleichzeitigen Einsatz von mehreren Betriebssystemen.
Dafür hat Intels die "Vanderpool"-Technik entwickelt, deren Spezifikation das Unternehmen nun veröffentlicht hat. Passende Chipsets sollen schon in diesem Jahr erhältlich sein.
Mit "Vanderpool" verspricht Intel eine bessere Nutzung von Desktop-Rechnern, da die Technik es ermöglicht, Systemressourcen des Rechners so aufzuteilen, dass von einander abgeschottete Betriebssysteme parallel ausgeführt werden können. Auf diese Weise können zum Beispiel Rechner, die als kleine File- und Printserver eingesetzt werden, auch als Testrechner für Patches oder Webdienste eingesetzt werden; ebenso können die Ressourcen von Workstations, auch Office-Rechner, für weitere Prozesse genutzt werden. Sogar Spielerechner müssten nach dem Absturz einer Software mit Zugriff auf die Registry nicht neu gebootet werden.
Die Initiative Intels überrascht Beobachter, da der Chipriese ursprünglich vorhatte, die Vanderpool-Chipsets zeitgleich mit der Marktreife von Microsofts XP-Nachfolger "Longhorn" anzubieten. Das sollte 2006 sein.
Doch offensichtlich hat Intel seinen Fahrplan auch deshalb geändert, da es demnächst auch Dual-Core-Prozessoren verkaufen will. Dafür massenhaft Interessenten zu finden, dürfte aber nur gelingen, wenn der Nutzen dieser Rechner offensichtlich ist - was mit der Virtualisierung zumindest in Reichweite rückt.
Intel wird im März auf dem "Intel Developer Forum" (IDF) präzisieren, welche Desktop-Prozessoren mit Vanderpool aufgerüstet werden.
Man darf übrigens gespannt sein, wie zum einen Softwerker wie zum Beispiel VMware, Virtual PC und andere Anbieter reagieren werden. Denn bisher ist die Virtualisierung von Rechnern ihre Domäne. Zum anderen, ob AMD die unter dem Namen "Pacifica" entwickelte Virtualisierungslösung jetzt vor 2006, wie die momentane Planung lautet, einzuführen wird.