Der Verband der deutschen Musikindustrie IFPI hat dem Vorstand der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, GEMA, die Gefährdung des Musikgeschäfts der Zukunft vorgeworfen. Grund für das erneute Aufflammen des Streits ist ein Offener Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder, in dem GEMA-Chef Reinhold Kreile beklagt, dass für die von der IFPI am 18. März gestartete Musikdownload-Plattform Phonoline "noch von keiner Seite die erforderliche urheberrechtliche Lizenz eingeholt" worden sei.
Schröder solle doch bei seinen Grußworten zum Start von Phonoline auch einige Worte über das geistige Eigentum verlieren, so Kreile in dem Schreiben. Die IFPI sagte daraufhin heute, Freitag, einen für kommenden Montag geplanten Runden Tisch ab, der zum wechselseitigen Verständnis der Probleme beitragen hätte sollen. Entzündet hatte sich der Streit an den nach Meinung der IFPI "völlig überzogenen Förderungen" der GEMA, besonders im Bereich New Media.
Die GEMA soll nach dem Willen der Musikindustrie nicht mehr wie bisher 9,009 Prozent des Herstellerabgabepreises erhalten, sondern nur noch 5,6 Prozent. Weil sich die beiden Parteien nicht einigen konnten, hatte sich der deutsche Phonoverband bereits Anfang Februar an die Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamtes gewandt. (
pte)