Die Sicherheitsanfälligkeit ist auf die Verarbeitung von TCP/IP-Verbindungen durch die Komponenten Windows Media-Stationsdienst und Windows Media-Überwachungsdienst der Windows Media-Dienste zurückzuführen. Wenn ein Remotebenutzer eine spezielle Folge von TCP/IP-Paketen an den Überwachungsport eines dieser Dienste sendet, reagiert der betroffene Dienst möglicherweise nicht mehr auf Anforderungen, und es können keine weiteren Verbindungen hergestellt werden. Der betreffende Dienst müsste in diesem Fall neu gestartet werden, um seine Funktionalität wiederzuerlangen.
Die Windows Media-Dienste bestehen aus dem Administrator von Windows Media-Dienste sowie vier Windows Media-Dienstekomponenten, die auf einem einzigen Computer ausgeführt werden:
Der Windows Media Unicast-Dienst ermöglicht es, Windows Media-Inhalte mittels Unicast (über TCP oder UDP als Transportprotokoll) an Microsoft Windows Media Player oder einen anderen Windows Media-Server zu übertragen.
Der Windows Media-Stationsdienst stellt drei Schlüsselfunktionen zur Verfügung:
- Er bereitet einen oder mehrere Streaminginhalt(e) (auch als "Wiedergabeliste" (Playlist) oder "Programm" bezeichnet) für den nachfolgenden Streamingvorgang vor.
- Er überträgt die Wiedergabeliste oder das Programm mittels Multicast an einen Windows Media Player oder einen anderen Windows Media-Server.
- Er verteilt die Wiedergabeliste oder das Programm lokal an den Windows Media Unicast-Dienst für die nachfolgende Übertragung an einen Windows Media Player oder einen anderen Windows Media-Server mittels Unicast.
Der Windows Media-Sendungsdienst ist ein abhängiger Dienst des Windows Media-Stationsdienstes. Der Windows Media-Sendungsdienst hilft dem Serveradministrator beim Erstellen von Wiedergabelisten für Windows Media-Inhalte mit Hilfe des Administrators von Windows Media-Dienste. Diese Wiedergabelisten werden zur späteren Nutzung gespeichert.
Der Windows Media-Überwachungsdienst ist die Verwaltungskonsole der Windows Media-Dienste.
Hinweis: Der Windows Media Unicast-Dienst kann bei einem Angriff auf den Windows Media-Stationsdienst ebenfalls gefährdet sein, wenn der Windows Media Unicast-Dienst eine Wiedergabeliste vom Windows Media-Stationsdienst als Quelle verwendet. In diesem Fall funktioniert der Windows Media Unicast-Dienst möglicherweise nicht mehr, wenn das nächste Element in der Wiedergabeliste verarbeitet werden soll. Ein Administrator kann den Streamingvorgang für Medien durchführen, indem er den Windows Media Unicast-Dienst ohne Wiedergabeliste verwendet.
Schadensbegrenzende Faktoren: - Die Komponente Windows Media-Dienste wird nicht standardmäßig installiert.
- Die Windows Media-Dienste können so konfiguriert werden, dass Streamingmedia nur über Unicast bereitgestellt werden. Sie sind unter diesen Umständen nicht von dieser Sicherheitsanfälligkeit betroffen. Diese Konfiguration bedeutet, dass es nicht möglich ist, einer Wiedergabeliste unterschiedliche Mediendatenströme vom gleichen Server hinzuzufügen.
- Microsoft empfiehlt Benutzern, nur den Windows Media Unicast-Dienst für Sockets und Ports mit Schnittstellen zum Internet, und nicht die anderen Komponenten der Windows Media-Dienste zu aktivieren. Wenn diese Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, kann der Angriffspunkt nicht über das Internet ausgenutzt werden.
- Benutzer, die Windows Media-Diensteserver direkt über die Konsole oder über eine Terminaldienstesitzung verwalten, sind nicht durch erfolgreiche Denial-of-Service-Angriffe auf den Windows Media-Überwachunsgsdienst gefährdet. Auf den Windows Media-Überwachungsdienst kann nicht remote, sondern nur lokal zugegriffen werden.
- Wenn Sie den Windows Media-Stationsdienst und den Windows Media-Überwachungsdienst deaktiviert haben, ist Ihr Computer durch diese Sicherheitsanfälligkeit nicht gefährdet.
Microsoft Security Bulletin MS04-008 - Sicherheitsanfälligkeit in Windows Media-Diensten kann zu DoS-Angriffen (Denial-of-Service) führen (832359)