Ein US-Bundesgericht in San Francisco hat gestern entschieden, dass das Software-Unternehmen 321 Studios sein Kopierprogramm DVDXCOPY nicht mehr vertreiben darf. Das Privatunternehmen aus St. Louis im US-Staat Missouri will gegen den Spruch von Richterin Susan Illston in die Berufung gehen, und ein Verkaufsverbot mit einer einstweiligen Verfügung anfechten. Laut Urteilsbegründung ist der Verkauf sieben Tagen nach Inkrafttreten des Urteils strafbar.
Als Kläger trat der Branchenverband The Motion Picture Association of America (MPAA) auf, der Verluste von 3 Milliarden Dollar durch illegale Filmkopien beklagt. MPAA-Chef Jack Valenti bezeichnete das Urteil "als klare Ansage an Unternehmen, ihre Produkte so zu entwickeln, dass bestehende Gesetze nicht übertreten werden". MPAA-Anwalt Russell Frackman kündigte als nächsten Schritt eine Schadensersatzklage für seinen Mandanten an.
321 Studios-Mitbegründer Robert Moore drückte seine Enttäuschung über den Richterspruch aus. Falls man im Widerspruchsverfahren unterliege, würden man eine neue Version von DVDXCOPY veröffentlichen, die nur die Kompressionsroutine enthalten soll. Die Ripper-Software könne sich dann jeder aus dem Internet herunterladen. (de.internet.com)