Kartell-Urteil: Microsoft muss eine Mio. Dollar zahlen
Der US-Bundesstaat Massachusetts erhält infolge des Microsoft Antitrust-Falles 967.014,52 Dollar an Gerichtskosten vom Software-Unternehmen. Damit hat die Bundesrichterin Colleen Kollar-Kotelly dem Bundesstaat nur etwa die Hälfte der geforderten 2,01 Mio. Dollar zugesprochen, was die Richterin mit schlechter Dokumentation und fehlenden Erklärungen von Seiten des Staatsanwalts begründete. Dies berichtete das Wall Street Journal heute, Dienstag.
Tom Reilly, der Generalstaatsanwalt von Massachusetts, zeigte sich dennoch zufrieden: "Ich bin froh, dass Microsoft für die Kosten in Verbindung mit diesem Kartell-Fall aufkommen muss und sehe schon weiteren Auseinandersetzungen vor dem Berufungsgericht entgegen. Dieser Fall hat großen Einfluss auf den freien Wettbewerb und auf die zukünftige Entwicklung unserer Wirtschaft."
Microsoft sah sich ebenfalls auf der Seite der Sieger, denn Massachusetts habe immerhin auf mehr als 50 Prozent der geforderten Gerichtskosten verzichten müssen. Zudem habe der Bundesstaat einen Großteil seiner ursprünglichen Forderungen nicht durchsetzen können. "Unser Hauptanliegen ist es, diesen Fall endlich hinter uns zu lassen", fügte Microsoft-Sprecherin Stacy Drake McCredy an, "und eine konstruktive Beziehung zu den US-Bundesregierungen aufzubauen."
Massachusetts ist der einzige Bundesstaat, der die Beilegung des historischen Kartellfalles gegen Microsoft verweigert. Dass die Richterin die Einigung zwischen Microsoft, dem Justizministerium und 18 Bundesstaaten anerkannt hat, bezeichnete Massachusetts bei Erhebung des Einspruchs als "tiefgreifendes Missverständnis."
Seinen Höhepunkt erreichte der Kartell-Streit im vergangenen November, als Kollar-Kotelly dem Vergleich zwischen Microsoft, neun Bundesstaaten und der US-Regierung zustimmte, gleichzeitig aber neun andere Bundesstaaten und den District of Columbia mit deren Forderung nach strengeren Sanktionen abblitzen ließ.
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