Die US-Musikindustrie hat die mobile Kommunikation als Promotion- und Marketinginstrument, aber auch als neuen Vertriebsweg entdeckt. Zumindest in Europa ist der Boom von Hits als Klingeltöne und SMS-Marketing keine Neuheit mehr. In den USA, wo das SMS erst 2003 langsam auf Touren kommt, wird das Mobiltelefon von der Musikindustrie erst jetzt als Marketinginstrument erkannt, berichtet die Los Angeles Times. Jenseits von Promotion und Marketing öffnet sich mit der neuen Mobilfunkgeneration aber auch ein neuer Vertriebsweg für Produkte der Musikindustrie. In Zeiten rückläufiger CD-Verkäufe eine willkommene neue Einnahmequelle.
In den vergangenen Monaten haben mehrere Musiklabels Verträge mit Mobilfunkunternehmen und anderen Anbietern im Bereich der mobilen Kommunikation abgeschlossen, so die LA Times. Die Labels verkaufen die Rechte an der Musik, Bildern und sonstigen Assets ihrer Stars, die dann von den Mobilfunkern als Songproben, digitale Bilder, Bildschirmschoner und dergleichen weiterverkauft werden. Ein Song-Download-Service via Handy ist noch nicht im Gespräch, kann aber angesichts der technischen Entwicklung wohl nur eine Frage der Zeit sein.
Zahlreiche Software-Anbieter sowie Hersteller von Mobiltelefonen arbeiten an der technischen Lösung sowie wirtschaftlichen Umsetzung des Musik-Vertriebs via Handy. So hat RealNetworks eine Streaming-Lösung für Nokia vorgestellt. Im März hat der britische Mobilfunkanbieter mmO2 einen Musikservice für GPRS-Handys präsentiert. Motorola will gemeinsam mit MTV die mobilen Livestyle-Märkte mit seiner Entertainment-Plattform in Schwingung versetzen. Das Musiklabel Sony liefert mit M-USE sogar ein Geschäftsmodell für Mobilfunker, um Songs mobil an den Fan zu bringen.*(
pte)