Musik-Download in Deutschland geht im Juli an den Start - Labels einig über legale Alternativen zu KaZaA & Co
Die fünf großen Labels der Musikindustrie haben sich in Deutschland auf den digitalen Online-Vertrieb ihres Repertoires geeinigt. Damit soll deutschen Musikliebhabern ab dem 1. Juni 2003 eine Alternative zu illegalen Tauschbörsen a la KaZaA geboten werden, berichtet die Financial Times Deutschland heute, Dienstag. Ab diesem Zeitpunkt sollen User die Songs ihrer Wahl von den Webportalen der Labels sowie einiger Partner laden können. Einziger Musikkonzern mit einem solchen Online-Vertriebsportal ist bisher Universal Music mit Popfile.de, wo künftig auch die Songs anderer Labels erhältlich sind.
Die fünf Musikunternehmen Universal, Warner, Sony, EMI und BMG haben sich laut FTD auf einen Vorvertrag, ein so genanntes Momorandum of Understanding, geeinigt, das den Online-Vertrieb regelt. Dabei werde es den einzelnen Labels sowie den Partnern weitgehend freigestellt, wie sie die Musik auf ihren Werbseiten verkaufen. Die Archive der Labels werden auf den Servern der Phononet GmbH, die eine eigene Website betreibt, digitalisiert und gespeichert. Die Musik soll nur in Form einzelner Songs angeboten werden, nicht als gesamte Alben. Ein Song soll einheitlich 0,99 Euro kosten.
Als Partner der Musikindustrie komme unter anderem T-Online in Frage, weil die Labels bei einigen technischen Fragen mit der Deutschen Telekom kooperieren. Auch Handelsketten wie Saturn und Mediamarkt könnten interessiert sein, allerdings ist bisher nichts über eine Zusammenarbeit bekannt. In den USA drängen Musikhändler ins Web. Dort gibt es mit Pressplay und MusicNet bereits Vertriebsportale der Musikindustrie sowie Partner wie Listen.com. Erfahrungen aus den USA zeigen jedoch, dass die Attraktivität von unautorisierten Tauschbörsen wie KaZaA und LimeWire nicht durch legale Angebote leiden.
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