Der Co-Autor des DVD-Entschlüsselungsprogramms Jon Johansen kann sich noch nicht entspannt zurücklehnen. Nachdem ein Osloer Gericht in der ersten Instanz den 19-jährigen freigesprochen hatte, will die norwegische Staatsanwaltschaft nach einem Bericht der Tageszeitung Aftenposten jetzt gegen das Urteil berufen. Ob das Berufungsgericht allerdings den Fall annehmen wird, steht noch nicht fest.
Im Urteil in erster Instanz kam Richterin Irene Sogn zum Ergebnis, dass Johansen mit seinem Programm DeCSS kein norwegisches Gesetz verletzt hatte. Der Jugendliche hatte die Software geschrieben, um seine legal erworbenen DVDs auf seinem Linux-Computer abzuspielen. Nach Auffassung der norwegischen Staatsanwaltschaft und der Motion Picture Association of America (MPAA) verstieß Johansen allerdings gegen das Gesetz, als er seine Software im Internet veröffentlichte.
Für den Anwalt von Johansen kommt der Schritt der Staatsanwaltschaft nicht überraschend. "Das war nicht unerwartet, da die Anklage ein prinzipielles Interesse an dem Fall hat", erklärte der Anwalt gegenüber der norwegischen Tageszeitung Aftenposten. Die Anklage gegen Johansen kam aufgrund einer Anzeige der MPAA zustande.*(
pte)
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