Die Schlacht um den europäischen Spielekonsolen-Markt ist vorerst entschieden. Sony führt mit seiner Playstation2 (PS2) mit Riesenabstand den Europa-Markt vor Nintendos GameCube und Microsofts Xbox an. Laut einer Analyse des Marktforschers Forrester werden im Jahr 2002 rund 14 Mio. PS2 verkauft, während die beiden Kontrahenten zusammen auf gerade einmal vier Mio. Einheiten kommen. Forrester-Analyst Paul Jackson glaubt, dass sich Microsoft zwar Platz zwei sichern wird, Sony bei der Marktpenetration allerdings noch für Jahre uneinholbar ist.
Prinzipiell seien Spielkonsolen nicht mehr das Privileg von halbwüchsigen männlichen Jugendlichen, so Jackson. Bereits in 26 Prozent aller europäischen Haushalte steht eine Spielekonsole. Die Marktüberlegenheit von Sony liege vor allem bei folgenden Faktoren: Erstens war die PS2 seit ihrer Markteinführung im November 2000 15 Monate lang als Platzhirsch konkurrenzlos. Sony habe diese Zeit ausgezeichnet genutzt und sich eine gewisse "Hausmacht" in Europa aufgebaut. Der Retail zum Beispiel setzt aufgrund der sehr guten Verkaufszahlen voll auf die japanische Konsole. Spieleentwickler würden ebenfalls nicht um die PS2 herumkommen, da sie sich einen weltweiten Kundenstamm von 50 Mio. Haushalten nicht entgehen lassen können und somit PS2-fähige Spiele entwickeln. Als weiteren Punkt führt Forrester die Online-Pläne an, wo Microsoft zwar eine ernsthafte Konkurrenz ist, allerdings erst in drei Jahren sein Marktpotenzial auszuschöpfen beginnt. Bis 2005 sollen nicht einmal drei Mio. europäische Haushalte eine internetfähige Konole haben.
Trotzdem ist Online-Gaming der große Zukunftsrenner. Sowohl Sony als auch Microsoft verweisen auf erste Erfolge mit ihren Online-Services in den USA. So habe Microsoft bereits in der ersten Woche nach dem Start seiner Online-Dienste im November 150.000 Starter-Kits verkauft. Sony zählt seit dem Start im September laut eigenen Angaben bereits 175.000 regelmäßige Online-Player. Die Strategien der beiden Unternehmen sind dabei völlig unterschiedlich. Während Microsoft eine frei zugängliche Plattform für Spieleentwickler bietet, die sich auch mit Fragen der Sicherheit, Connectivity und Spieler-Foren kümmert, setzt Sony hauptsächlich auf Connectivity und lässt Spielentwickler ihre eigenen PS2-Spiele verkaufen.
Microsoft hat zudem angekündigt, in den kommenden zwei Jahren bis zu zwei Mrd. Dollar in sein Xbox-Abenteuer zu investieren. CFO John Conners hat diese Absicht erst gestern anlässlich einer Analystenkonferenz bekräftigt. Das derzeit stattfindende Preisdumping lässt den Schluss zu, dass der Redmonder Riese Marktanteile um jeden Preis will. Gegenüber Sony hat MS zudem die weitaus größere Erfahrung im Netz und versteife sich nicht wie die Japaner krampfhaft auf Copyright-Bestimmungen, meint Jackson. Der große Unbekannte bleibt Nintendo, das zwar ebenfalls Online-Services anbieten will, wie, wann und in welcher Form ist aber noch völlig offen.
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pte)
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