Schnelle Verbindung und die Möglichkeit, immer online zu sein, sind nicht die eindeutig größten Vorteile von Breitband-Internet. Aus der Sicht der User punktet Breitband vor allem wegen der überschaubaren Kosten dieser Zugangsvariante. Zu diesem Ergebnis kommt laut BBC eine britische Studie der Work Foundation im Rahmen des i-Society-Project. Dieses Langzeit-Projekt untersucht die Gewohnheiten von Menschen in Privathaushalten und kleinen Unternehmen im alltäglichen Umgang mit neuen Technologien wie Internet und mobiler Telekommunikation. Die nun präsentierte Teilstudie outet die von den Breitband-Anbietern als vorrangige Assets verkauften Eigenschaften von Highspeed-Internet als nachrangige Nebeneffekte für die User.
Der Hauptvorteil von Breitband liegt demnach für die User vor allem in der Kontinuität der anfallenden Kosten. Highspeed-Internet wird meist in pauschalen Monatsgebühren angeboten. Diese Form der Bezahlung nimmt offenbar die Angst vor einer plötzlichen Explosion der Telefonrechnung von den Schultern der User. Beim traditionellen Webzugang über die Telefonleitung und einer Abrechnung nach Online-Zeit schwirrt demnach ständig der Gedanke an das liebe Geld im Kopf umher. Das führt zu Stress und Hektik beim Surfen im Web. Den Usern ist es daher lieber, sie zahlen eine regelmäßige Gebühr, können dafür aber unbegrenzt und ohne Angst vor plötzlichen Zusatzkosten surfen.
Ganz in Gegensatz zu den oft propagierten Vorteilen von Breitband steht auch die tatsächliche Nutzung. "Die Menschen machen nichts, was Speed erfordert", zitiert die BBC James Crabtree, einen der Autoren der Studie. Im Gegenteil: Das so genannte Highspeed-Internet verlangsamt die Aktivitäten der User im Web, weil sie sich einfach mehr Zeit nehmen. "Breitband ist zeitlose Zeit, man nimmt es leicht", so Crabtree. Es nimmt den Menschen die Angst, zuviel Zeit im Web zu verbringen. Auch die Möglichkeit, immer online zu sein, ist laut Studie graue Theorie. Alleine deshalb, weil die Computern zumindest in britischen Haushalten nicht rund um die Uhr laufen, sondern oft abgeschaltet werden. "Der Computer ist eher ein schauriges Monster als ein Haustier, er wird nur selten geliebt, manchmal gefürchtet", so Crabtree. Deshalb dürften viele auch froh sein, ihm gelegentlich den Strom abzudrehen. *(
pte)
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