Google hat heute, Montag, eine neue Suchmaschine für Nachrichten vorgestellt. Das News-Service ist nach wie vor eine Beta-Version, wird aber auf der Hompage bereits als neues Angebot angekündigt. Der User soll mit "Google News" auf einer Grundlage von weltweit 4.000 kontinuierlich aktualisierte Publikationen nach Nachrichten seiner Wahl suchen können, berichtet das Branchenportal Zdnet. Die Suchergebnisse werden nicht inhaltlich, sondern Verlinkung auf die entsprechende publizierende Website dargestellt. Ähnliche Services gibt es bereits, in Deutschland beispielsweise Paperboy.de und NewsClub.de. Beide Online-Services wurden von Printverlagen, auf die sie Links setzten, verklagt.
"Aus der Perspektive des Leser bedeutet das eine Änderung der Lesegewohnheiten von Nachrichten", so Marissa Mayer, Produktmanagerin bei Google. Bisher sei es üblich, dass der Leser zuerst die Nachrichtenquelle auswählt und sich dann daraus interessante Meldungen pickt. Der Service, den Mayer gemeinsam mit fünf Technikern in den vergangenen neun Monaten entwickelt hat, durchkämmt regionale und nationale Online-Zeitungen rund um die Welt. Die gefundenen Meldungen werden nach den drei Kriterien Aktualität, Glaubwürdigkeit bzw. Renommee der Quelle sowie nach der Anzahl von Quellen mit verwandtem Inhalt zusammengefasst. Aufgelistet werden die Ergebnisse als Links zu den Websites der jeweiligen Quellen. Zunächst sei der Service kostenlos und ohne Werbung geplant, bei einem Erfolg überlege man eine kommerzielle Nutzung. "Mit diesem Service wählt der Leser zuerst die Meldung, die ihn interessiert, und dann die Nachrichtenquelle", so Mayer, die darin die Grundlage für ein lange erwartetes öffentliches Angebot sieht.
Nach den Erfahrungen von Christian Kohlschütter, Betreiber von NewsClub.de, ist es genau das, was – zumindest deutsche – Zeitungen bzw. Verlagsgruppen nicht wollen. Sein ähnlich funktionierender Nachrichten-Suchdienst wurde von einem deutschen Verlagshaus verklagt. Seiner Ansicht nach seien solche News-Services den Online-Zeitungen ein Dorn im Auge, weil sie die Leser von der Startseite bis zum Artikel an möglichst vielen Werbebannern vorbeiführen wollen. Ende August sah Kohlschütter im pte-Gespräch im Falle einer Entscheidung der Gerichte gegen derartige Suchdienste die rechtliche Existenz von Suchmaschinen in Deutschland generell bedroht.*(
pte)
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