Produktpiraterie ist das verbotene Nachahmen und Vervielfältigen von Waren, für die die rechtmäßigen Hersteller Erfindungsrechte, Designrechte und Verfahrensrechte besitzen. Der Marken- und Produktpirat übernimmt unerlaubt das technische Wissen, das sich ein Unternehmen in langjähriger, mühevoller Arbeit und unter Einsatz enormer finanzieller Mittel erworben hat. Die Bekanntheit einer Marke, die ein Markenhersteller aufgrund seiner Qualitätsprodukte erlangt hat, wird missbraucht und der Konsument vorsetzlich getäuscht.
Soviel zum allgemeinen Sachverhalt an sich. Hier die Zahlen: Nach Auskunft des Zollkriminalamtes wuchs der Wert sichergestestellter, gefälschter Hard- und Software innerhalb von nur einem Jahr von 19,4 auf 30,9 Mio Euro*. Insgesamt wird der Schaden, der weltweit durch Produktpiraterie entsteht, vom "Aktionskreis deutsche Wirtschaft gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM)", auf 256 Mrd. Euro geschätzt. Etwa 8 Prozent aller Produkte, die rund um den Globus gehandelt werden, dürften gefälscht sein. Allein die deutsche Wirtschaft büßt nach diesen Schätzungen jährlich 28 Mrd. Euro ein. Etwa 70.000 Arbeitsplätze gehen dadurch verloren.
In grenznahen Gebieten Polens und der tschechischen Republik existieren regelrechte "Fälscher-Großmärkte".
Aber auch asiatische Länder wie: Thailand, Honkong, Taiwan und Vietnam, sind Vorreiter unter den Nachahmern.
In 2001 kamen 29% der gefälschten Markenartikel aus Tschechien und 19,4% aus dem asiatischen Raum*.
"Die Anzahl der Produktfälschungen haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Vor allem Thailand gehört zu den Hochburgen im Bereich Computerzubehör, zahlreiche Fälschungen werden jährlich in die Europäische Union eingeführt", bestätigte Leonhard Bierl, Pressesprecher des Zollkriminalamtes in Deutschland.
Nun wurde auch TEAC betroffen. Der Weltmarktführer für 3,5" Diskettenlaufwerke hat derzeit mit Produktfälschungen des Floppy-Laufwerkes "FD-235HF" zu kämpfen. Die Imitate werden optisch immer perfekter. Aufmerksam wurde TEAC erst über Reklamationen und Retouren der Waren. Bei genauer Prüfung der Produkte wurden mehrere Unterschiede festgestellt. Nun heißt es zu klären, wer die gefälschten Laufwerke in Umlauf gebracht hat und wie sich die rechtliche Sachlage verhält. "TEAC hat bereits Ermittlungen eingeleitet. Wir werden den Produktpiraten auf der Spur bleiben und behandeln das Thema mit höchster Priorität. TEAC steht für seinen guten Namen, jahrelanger Erfahrung, Qualität und Tradition. Wir werden dafür sorgen, dass die Produktpiraten strafrechtlich verfolgt werden. Ausserdem werden wir unsere Produkte künftig noch aufwendiger kennzeichnen, um diese Form der Wirtschaftskriminalität zu verhindern", so Michael Schweigart, Marketing und Sales Manager Europe.
So erkennt man die gefälschten Floppy-Drives:
- Die Farbe der Frontblende ist nicht identisch zum Original (ein helles grau, statt eines beigen Tons)
- Auf der Frontblende ist ein TEAC-Logo in Relief-Form zu sehen. Bei den Original-Laufwerken befindet sich kein TEAC-Logo auf der Frontblende
- Die Rückseite der Fälschung zeigt ein sechseckiges Motorgehäuse
- Beim Hineinblicken in die Anschlußseite des Gerätes sind TEAC-Aufkleber sichtbar - auch diese sind gefälscht
- Die Gehäuseunterseite hat weniger Bohrungen
- Die Oberseite der Fälschung weist kein Qualitätssiegel (CE) auf.
- Auf der Oberseite befindet sich ein grüner Aufkleber – das Original hat einen gelben Aufkleber
- Das Innenleben des Laufwerkes ist sehr stark verschmutzt (staubig und klebrig), sowie unsauber verarbeitet
- Einfache Hebelmechanik sichtbar
- Die meisten der von TEAC geprüften Fälschungen waren nicht funktionsfähig!
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