Wie von Unternehmens- und Aufsichtsratskreisen bestätigt, berät das Präsidium des Telekom-Aufsichtsrats in einer außerordentlichen Sitzung über die Zukunft seines Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder soll dem amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden und ehemaligen Vorstandschef von Volkswagen, Ferdinand Piëch, bei einem Treffen im Berliner Kanzleramt bereits vergangenen Freitag die Sommer-Nachfolge angetragen haben. Dies berichtet die Wirtschaftswoche in ihrer aktuellen Ausgabe.
Sommer steht seit Monaten unter anderem wegen des dramatischen Absturzes des Aktienkurses und der hohen Verschuldung des Unternehmens in der öffentlichen Kritik. Die Aktie hat gegenüber ihrem Höchststand von knapp 105 Euro im Frühjahr 2000 mehr als 90 Prozent verloren.
Zusätzlich zur Sommer-Frage befasst sich das Aufsichtsratspräsidium auch mit der öffentlichen Diskussion über das Unternehmen. Dabei solle auch erörtert werden, ob angesichts der zunehmenden Äußerungen aus der Politik Bedarf für Klarstellungen bestehe. Im Aufsichtsrat und in der Führung des Konzerns herrsche die Sorge, dass vor allem bei ausländischen Investoren der Eindruck entstehen könnte, die Telekom werde von der Politik vereinnahmt und sei ein "Staatsunternehmen". In der Vergangenheit sei es jedoch keinesfalls so gewesen, dass die Politik auf unternehmerische Entscheidungen eingewirkt habe. (pte)
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