Laut einer Studie des Marktforschers Gartner Dataquest haben Fehler der Telekom-Regulierungsbehörden eine rasche Ausweitung von Breitband-Internet verhindert. Nur eine radikale Reform könne dem Hochgeschwindigkeits-Internet zum Durchbruch verhelfen, heißt es in einer Aussendung. Die Regulierer müssten nach Einschätzung von Gartner die richtige Balance zwischen Anreizen, Auflagen, Wettbewerb und Monopolen finden. Der Hauptfehler der Behörden - insbesondere der US-amerikanischen FCC - sei gewesen, alles bis ins kleinste Detail zu regulieren. Dies sei das "Verderben" der Telekom-Industrie gewesen. Stattdessen sollten Leitlinien vorgegeben werden, die es der Industrie erlauben, leichter bilaterale und mulilaterale Übereinkommen zu erzielen.
Der Markt habe sich bisher so entwickelt, dass es zwar viele Wettbewerber aber keinen starken Wettbewerb gegeben habe. "Viele kleine Firmen wurden von nationalen Regulierungsbehörden ermutigt, in einem sehr kapitalintensiven Serviceumfeld zu starten. Sie konnten jedoch nicht die fehlende Marktpräsenz von starken, etablierten Unternehmen ausgleichen", meinte Gartner-Analyst Jean-Claude Delcroix.
Außerdem wurde nach Meinung von Gartner von den Regulierungsbehörden zu wenig zwischen Unternehmen unterschieden, die Netzwerke bauen und die Services anbieten. Da die Investitionen für die Errichtung eines Breitband-Netzes langfristig ausgelegt sind und sich erst nach etlichen Jahren rechnen, sollten hier stärkere Anreize geschaffen werden. Auch befürwortet der Marktforscher, dass unter bestimmten Umständen die Trennung der beiden Geschäftsbereiche erleichtert wird. (pte)
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