Handyhersteller können das Umweltzeichen "Blauer Engel" künftig für besonders strahlungsarme Geräte beantragen. Das Zeichen biete Kunden eine Entscheidungshilfe, wenn sie Angst vor möglichen Gesundheitsschäden hätten, auf ein Handy jedoch nicht verzichten wollten, sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin am Freitag in Berlin. Zuvor hatte die Jury Umweltzeichen, in der unter anderem Vertreter der Industrie, der Kirchen und Verbraucherschützer sitzen, sich für die Einführung des Ökozeichens auch für Mobiltelefone entschieden.
Handyhersteller können damit den Umweltengel ab sofort für besonders strahlungsarme Geräte beantragen. Ausschlaggebend für die Vergabe des "Blauen Engels" ist die spezifische Absorptionsrate (SAR), mit der die maximale Strahlungsintensität eines Mobiltelefons angegeben wird. Während der gesetzliche Grenzwert für die Strahlenbelastung zwei Watt pro Kilogramm Körpermasse beträgt, können nur Handys mit einem SAR-Wert von höchstens 0,6 Watt mit dem Umweltzeichen gekennzeichnet werden, berichtet die Nachrichtenagentur ddp.
Trittin appellierte an die Hersteller, den "Blauen Engel" jetzt auch zu verwenden. Der Branchenverband BITKOM und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hatten sich bereits vor der Entscheidung gegen das Label ausgesprochen. Da beide Verbände die Hersteller vertreten, ist unsicher, ob der "Blaue Engel" in Zukunft tatsächlich auf Mobiltelefonen kleben wird. Die Industrie argumentiert, dass die Vergabe des Umweltzeichens irreführend sei, da bei Einhalten der bestehenden Grenzwerte ohnehin kein gesundheitliches Risiko beim Telefonieren mit dem Handy bestehe. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat unterdessen angekündigt, auf seiner Internetseite in Kürze eine Übersicht von SAR-Werten aktueller Handymodelle zu veröffentlichen.
www.blauer-engel.de
www.bmu.de
Bundesamt für Strahlenschutz