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Alt 31.05.2002, 11:19   #1
Newsbot
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Standard Dialer-Betrug: Landeskriminalamt Bayern durchsucht Büros und Wohnungen

Polizei und Staatsanwaltschaft haben zum ersten Mal in Deutschland zu einem Schlag gegen den Betrug mit 0190-Dialern ausgeholt. Bei einer großangelegten Aktion unter Federführung des Landeskriminalamtes Bayern durchsuchten Fahnder an verschiedenen Orten im Bundesgebiet insgesamt fünf Büros und Wohnungen. „Dabei wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt“, bestätigte Karsten Lauber von der „Ermittlungsgruppe Dialer“ beim bayerischen Landeskriminalamt gegenüber der Seite Dialerschutz.de. Die beschlagnahmten Rechner, Software und Unterlagen würden derzeit ausgewertet. Lauber sprach von „komplizierten und umfangreichen“ Ermittlungen: „Mit einem Abschluss ist frühestens in ein paar Monaten zu rechnen.”

Der Verdacht der Ermittler richtet sich konkret gegen zwei Männer aus Bayern und Brandenburg. Sie sollen in der Zeit von Dezember 2001 bis zu den Durchsuchungen Mitte Mai einzelne manipulierte 0190-Dialer im Internet verbreitet haben, die sich ohne Wissen der betroffenen User ins Netz einwählten und so horrende Telefonrechnungen verursachten. Auch Preisangaben habe es bei den manipulierten Wählprogrammen nicht gegeben. Als sich im Frühjahr dieses Jahres die Strafanzeigen geprellter Usern häuften, richtete das bayerische LKA die Ermittlungsgruppe Dialer beim Sachgebiet 625 (Wirtschaftsdelikte) ein. Dort geht man aktuell von mehreren hundert Betroffenen und einer Vermögensgefährdung in Millionenhöhe aus. Der tatsächlich entstandene Schaden liege freilich geringer: „Viele Betroffene haben die Rechnungen nicht beglichen oder die Zahlungen zumindest zurückgestellt“, so Lauber, der vom „ersten und größten Ermittlungsverfahren in Sachen 0190-Dialer überhaupt“ in Deutschland sprach.

Das Landeskriminalamt wollte gegenüber Dialerschutz.de „weder bestätigen noch dementieren“, dass die Ermittlungen wegen Computerbetruges im Zusammenhang mit dem Wirbel um die Gebührenrechnungen des Hamburger Telekommunikationsunternehmens „Hansenet“ stehen. Hunderte Internetuser hatten im Frühjahr Telefonrechnungen erhalten, auf denen im Namen des Hamburger Providers 0190-Gebühren berechnet wurden. Die auf den Rechnungen genannten Nummern hatte HanseNet wiederum an den Düsseldorfer Dialer-Betreiber eops weitervermietet, der zu dieser Zeit einen 300-Euro-Dialer (“X-Diver”) vertrieb. Anfang dieser Woche hatte eops-Vorstand Heiko Hubertz gegenüber dem Focus eingeräumt, Schwarze Schafe hätten mit eops-Programmen „Schäden in Millionenhöhe“ angerichtet. „Am Anfang des Jahres waren wir wohl etwas nachlässig gegenüber unseren Partnern“, so Hubertz in dem Magazin. Inzwischen würden alle Vertragspartner hart geprüft.

Quelle: www.dialerschutz.de

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