Gates-Stiftung muss nach Enthüllungsbericht Geldanlagen überprüfen
Die Bill & Melinda Gates Stiftung will ihre komplette Investitionspolitik überprüfen. Das berichtet die britische Tageszeitung 'Mail & Guardian' (Samstagsausgabe). Bei der Umschichtung des 66 Milliarden Dollar-Vermögens will man künftig in Unternehmen investieren, die ethischen und ökologischen Standards folgen.
Die Stiftung war durch einen Bericht der 'Los Angeles Times' unter öffentlichen Druck geraten. Danach stecken die Wohltäter in Ländern wie Nigeria und Südafrika mehr Geld in bekanntermaßen krebserregende und Asthma verursachende Produktionen als in medizinische Hilfe. Dabei erzielt die karitative Organisation hohe Gewinne, die für die Stiftung fast vollständig steuerfrei sind.
Die Stiftung ist bisher in zwei Bereiche unterteilt, die nahezu komplett unabhängig voneinander tätig sind. Ein Teil vergibt Gelder an Forschungsprojekte, während die zweite Sparte ausschließlich für die Vermehrung des verfügbaren Kapitals zuständig ist.
Unterdessen werden die Vorwürfe der 'Los Angeles Times' von der Stiftung heruntergespielt. "Viele der Unternehmen, die in dem Artikel angeführt werden - darunter Ford, Kraft, Fannie Mae, Nestle und General Electric - machen eine Menge Dinge, die die Leute mögen. Manche Aktivitäten werden von einem Teil der Bevölkerung positiv, von anderen wiederum negativ bewertet", heißt es in einer Stellungnahme. Es sei kaum möglich, hier klare Kriterien zu finden.
Man werde aber weiterhin nicht in Unternehmen investieren, deren Tätigkeit den Zielen der Stiftung direkt zuwider läuft. Dazu gehören beispielsweise Tabak-Konzerne. "Der Profit kann mit Umweltvergiftung und räuberischen Kreditgeschäften gemacht werden, aber unter keinen Umständen mit Zigaretten", kommentiert ein Blogger die Stellungnahme, der die Berichterstattung zu dem Fall intensiv begleitete.
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