AMD hat seine All-in-one-Plattform "Spider" mit aufeinander abgestimmten CPU-, Chipset- und Grafikkarten-Komponenten offiziell vorgestellt. Neben Quad-Core-Prozessoren vom Typ AMD Phenom und einem Chipset der AMD 7-Series kommen bis zu vier Grafikkarten der kürzlich vorgestellten Serie ATI Radeon HD 3800 zum Einsatz. Das Gesamtpaket ermöglicht laut AMD einen "Gaming Supercomputer" und ist somit auch für andere leistungsintensive Multimedia-Anwendungen interessant.
Die Quad-Core-Prozessoren Phenom 9500 (2,2 GHz) und Phenom 9600 (GHz) bilden vier der acht Prozessoren-Beine der Spider, die anderen vier die Grafikkarten. Achtbeinige "Spinnen" sind bei AMD jedoch nicht verpflichtend: Die Plattform ist skalierbar, wirklich vier Grafikkarten werden wohl nur in Systemen für grafische High-End-Anwendungen zum Einsatz kommen. Zu den Möglichkeiten von Spider meint Bernhard Koller, Chefredakteur des deutschsprachigen Spielemagazins SpielxPress: "Das ist wirklich High-End, damit können sich Gamer eine tolle virtuelle Umgebung schaffen. Allerdings muss man im Auge behalten, dass gerade für moderne Multiplayer-Online-Games auch eine starke, stabile Internetverbindung wichtig ist."
Wie schon bei den Grafikkarten der Serie ATI Radeon HD 3800 betont AMD auch bei der Plattform-Lösung die Energieeffizienz des Angebots, laut Hersteller wird eine marktführende Performance pro Watt geboten. "Die meisten Gamer schauen nur auf ihre Power mit starken Netzteilen. Wenn da bei der Hardware mehr auf Effizienz geachtet wird, ist das ein Schritt in die richtige Richtung," so Koller dazu.
Durch AMDs Übernahme des Grafikkartenspezialisten ATI im Herbst 2006 kann jedenfalls ein Hersteller eine komplette Plattform-Lösung für High-End-PCs anbieten. Doch so vielversprechend diese erscheinen mag, ungetrübt ist die Freunde ob der Spider-Vorstellung nicht. Der ursprünglich für eine gleichzeitige Veröffentlichung geplante Prozessor Phenom 9700, mit 2,4 GHz das schnellste Modell der Familie, wurde auf Grund eines technischen Fehlers zurückgehalten. Auch gibt es bereits erste kritische Stimmen in der einschlägigen Fachpresse. "AMDs neuer Phenom wird Intel nicht verunsichern," so etwa die renommierte amerikanische PC World auf ihrer Website.
Erhältlich ist Spider nicht nur im Paket, die Komponenten sind auch einzeln verfügbar. Den AMD Phenom 9600 (2.3 GHz) gibt es zu 283 Dollar in Tausend-Stück-Einheiten, das Modell Phenom 9500 (2.2 GHZ) zu 251 Dollar in Tausender-Einheiten. Die Grafikkarten der Serie ATI Radeon HD 3800 gibt es je nach Modell von 179 Dollar aufwärts. (
pte)