Der koreanische Elektronikkonzern Samsung hat eine neue Generation der Grafikspeichermodule GDDR4 (Graphics Double Data Rate) angekündigt, bei der die Datenübertragungsrate um zwei Drittel erhöht wurde. Die Speichermodule werden in 80-Nanometer-Technologie gefertigt und übertragen mit einer Geschwindigkeit von vier Gigabyte pro Sekunde (zwei Gigahertz). Die GDDR4-Module gelten als die schnellsten Speichermodule in der Grafikverarbeitung. Bislang schafften sie eine Übertragung von 2,4 Gigabyte pro Sekunde.
"Unser neues GDDR4-Memory sorgt in Video-Anwendungen für eine noch höhere Komprimierung und macht CAD-Software oder die Bearbeitung von Videos schneller als jemals zuvor", so Gerd Schauss, Director Memory Marketing, Samsung Semiconductor Europe. "In der Computer-Animation ermöglicht dies äußerst gleichförmig ablaufende Bewegungen und somit unglaublich realistisch wirkende Computerspiele, die die Sinne der Anwender stimulieren", sagt Schauss. GDDR4-Komponenten kommen bereits bei einigen neuen Produkten von Nvidia und ATI zum Einsatz, bisher sind sie jedoch dem High-End-Bereich vorbehalten.
Das neue Speicher-Modul wird mit einer Kapazität von 512 Megabyte angeboten und verfügt über einen 32-Bit-Datenbus. GDDR4 nutzt von JEDEC zugelassene Standards zur Reduzierung des Signalrauschens als Voraussetzung zur Erzielung der höchst möglichen Datenübertragungsgeschwindigkeit. Hersteller von Grafikprozessoren und Video-Karten haben bereits großes Interesse an dem neuen Memory bekundet, heißt es in einer entsprechenden Aussendung. Die ersten Muster des neuen GDDR4-Memorys will Samsung noch in diesem Monat an Kunden liefern. Analysten gehen davon aus, dass in den nächsten zwölf bis 18 Monaten durch GDDR4 ein wesentlich höherer Bedarf für High-Performance-Memory am Markt entsteht.
Für 2008 werden dann bereits GDDR5-Module mit 3,5 bis 4,0 Gigahertz erwartet, allerdings könnten diese Werte nach Samsungs neuen Entwicklungen noch einmal nach oben korrigiert werden. Derzeit gibt es allerdings noch eine physikalische Beschränkung, denn derart hohe Taktfrequenzen lassen sich auf aktuellen Platinen nicht erreichen. Bis dato gibt es keine Grafikkarte, deren Speicher mit 2,4 oder mehr Gigahertz arbeitet. (
pte)