IBM hat Die Kombination der Großrechnerplattform "
System z" mit Cell-Prozessoren angekündigt. Damit sollen hybride Hochleistungscomputer geschaffen werden, die in der Lage sind, die nächste Generation der virtuellen Internetwelten bereit zu stellen. Die "Cell Broadband Engine" - auch Herzstück der Playstation 3 - soll im Mainframe die Rechenleistung für Spezialaufgaben übernehmen und somit die Basis für ein dreidimensionales Internet schaffen. "Die Kombination der beiden Komponenten kann mit einer enorm hohen Last umgehen ", sagt Christian Rätzsch, Direktor Systems & Technology Group bei IBM Österreich.
"Der Vorteil liegt auf der Hand," so Rätzsch. "Während der Mainframe die ideale Plattform ist, um hundertausende User gleichzeitig und effizient mit hohen Datenmengen zu bedienen, besticht der Cell-Chip durch seine hohen Leistungen bei grafikintensiven Anwendungen. Es ist ein logischer Schritt, die beiden Komponenten zusammen zu führen." Damit zeigt IBM auch die Wichtigkeit der virtuellen Welten, die unter dem Stichwort Web 2.0 längst in den Enterprise-Alltag Eingang gefunden haben. "Das ist ein weiterer Schritt, die Vorteile des Mainframes für jene Applikationen, die heute sehr oft im Intel-Umfeld laufen, verfügbar zu machen, wie wir das für Linux und Java in den vergangenen Jahren bereits gezeigt haben", meint Rätzsch.
Ziel des IBM-Projektes in Kooperation mit dem Online-Spieleentwickler Hoplon ist die Schaffung einer Umgebung, die sehr anspruchsvolle Simulationen durchführen und verwalten kann. Beispiele sind "Online Virtual Reality"-Umgebungen, 3-D-Anwendungen für ERP und CRM, Virtuelle Ladengeschäfte und Meetingräume in 3-D, Collaboration-Umgebungen sowie neue Typen von Daten-Repositories. In dieser Verknüpfung zwischen dem Großrechner und dem Cell-Prozessor wird Cell die komplexen Simulationen leisten, die mit dem Handeln in virtuellen Welten verbunden sind. Ein Ball, der in einer virtuellen Welt geworfen wird, muss auch dort den Gesetzen der Schwerkraft gehorchen. "Denkbar sind sehr viele unterschiedliche Anwendungen, die Rechenleistung für komplexe Grafikanwendungen ist nun vorhanden", so Rätzsch.
"Im gleichen Maß, wie Online-Umgebungen zunehmend Aspekte virtueller Realität in sich aufnehmen, beispielsweise 3-D-Grafik und lebensechte Real-Time-Interaktion zwischen sehr vielen simultanen Nutzern, werden Firmen aller Art eine Computing-Plattform benötigen, die ein breites Spektrum an anspruchsvollen Leistungs- und Sicherheitsanforderungen abdecken kann", meint Jim Stallings, General Manager, IBM System z. Als Beispiel hierfür führt Rätzsch ein Krankenhaus an. Informationen wie CT-Bilder, Krankenakten und andere graphischen Patienteninformationen, die derzeit auf verschiedenen Systemen abgelegt sind, können mit der neuen Lösung auf einem System zusammengeführt werden. Die hohe Rechenleistung kann zudem genutzt werden, um große Simulationen in der Biotechnologie schneller abzuwickeln. (
pte)