Trotz der Konkurrenz durch die neue Konsolengeneration nimmt der Markt für PC-Spiele nach Jahren der Stagnation wieder Fahrt auf. Nach Berechnungen der NPD Group kletterten allein in den USA die Verkäufe in den ersten beiden Monaten 2007 um 48 Prozent auf 203 Mio. Dollar. Wachstumsmotor sind Rollenspiele wie "World of Warcraft", berichtet die New York Times. Auch im deutschsprachigen Raum zeigt sich ein deutlicher Wachstumstrend. "PC-Spiele sind alles andere als tot", erklärt Stephan Reichart, Geschäftsführer des Game Bundesverbands der Entwickler von Computerspielen. Der Markt werde auch in Zukunft stabil bleiben.
"Die deutschen Entwickler sind sehr stark auf PC-Spiele fokussiert", meint Reichart. In Deutschland sind die Umsätze mit Computerspielen im ersten Quartal um 13,7 Prozent auf 75,3 Mio. Euro gestiegen. Zum Vergleich: Der Umsatz mit Konsolenspielen hat laut media control die 100-Mio.-Euro-Marke durchbrochen und konnte um 17,5 Prozent zulegen. Allerdings werde der Online-Bereich noch unterschätzt, betont Reichart. "Die nach dem Kauf eines PC-Spiels im Internet lukrierten Einnahmen werden häufig nicht miterfasst", kritisiert der Experte. "World of Warcraft" etwa kann mittlerweile auf mehr als acht Mio. Abonnenten verweisen.
Ein Vorteil der PC-Spiele gegenüber der Konsolenkonkurrenz ist der geringere Preis. "PC-Games sind günstiger. Die magische Grenze liegt hier um die 50 Euro", so Reichart. Darüber hinaus können PC-Spiele erweitert werden. "Über Patches haben die Hersteller die Möglichkeit, Fehler auszumerzen und Content nachzuliefern, das ist längst nicht bei allen Konsolen möglich", meint Reichart.
Auch nach der Einführung der neuesten Konsolengeneration sind PCs und Notebooks bei Leistung und Geschwindigkeit überlegen, liegen aber in punkto Anwenderfreundlichkeit zurück. "Eine der größten Hürden für das Spielen am PC ist die Benutzerschnittstelle und hier insbesondere die Controller", zitiert die New York Times Kevin Unangst, Marketingchef bei Microsoft für Windows-Spiele. Über einen speziellen USB-Adapter will es Microsoft ermöglichen, den Xbox-Controller an den PC anzuschließen.
Während sich nun die Anzeichen eines Comebacks für PC-Spiele mehren, verbuchte das Segment noch im vergangenen Jahr stagnierende Umsätze. In den USA erzielten PC-Spiele 2006 einen Umsatz von 970 Mio. Dollar und damit ein Plus von gerade einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2004 hatte der PC-Spiele-Markt noch einen Umsatz von 1,1 Mrd. Dollar eingespielt. Die Konsolenspiele konnten laut NPD-Group-Zahlen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,8 Mrd. Dollar generieren. Weitere 1,7 Mrd. Dollar flossen in den Kauf von Spielen für mobile Konsolen wie Sonys Playstation Portable. (
pte)