Electronic Arts (EA), der weltgrößte Hersteller von Videospielen, bastelt an einem neuen Vertriebskonzept. In Zukunft soll es so genannte Starterkits für Spiele geben, die sich auch Spieler mit einem geringeren Budget leisten können. Diese Einstiegsversionen könnten schon für zehn Euro zu haben sein, meint der EA-Vorstand Gerhard Florin, der für den weltweiten Vertrieb außerhalb Europas zuständig ist, gegenüber dem Magazin Euro am Sonntag. Das Kernspiel könnten die Spieler dann mit neuen, kostenpflichtigen Levels aus dem Internet erweitern.
Der Grund für die Einführung des neuen Konzepts ist das wachsende Problem von illegalen Kopien. Vor allem am asiatischen Markt sind Raubkopien für einen großen Umsatzausfall verantwortlich. "Preise von umgerechnet 50 Dollar sind für viele Fans von Videospielen, vor allem in Asien, schlicht zu teuer", meint Florin. Die Idee mit dem billigen Starterkit soll diesem Problem entgegenwirken. Die Einführung dieser Neuerung bedeutet eine weitreichende Änderung für das aktuelle Vertriebsmodell. Bisher waren die Vollversionen der Videospiele viele Gigabyte groß und auf CD-ROM oder DVD erhältlich.
Florin sieht auch im Generationenwechsel der Videokonsolen, der sich momentan vollzieht, enormes Potenzial. "In den nächsten Jahren wird die Branche zweistellig wachsen. EA wird überproportional davon profitieren", prognostiziert Florin. Mobile Spiele für Handys werden einen wichtigen Beitrag zum Umsatzwachstum leisten, doch das Unternehmen sieht auch im Werbegeschäft große Möglichkeiten. Electronic Arts will vor allem auf In-Game-Werbung setzen. Schätzungen zufolge werde das Werbeaufkommen in Videospielen in den nächsten Jahren zwischen zehn und 20 Prozent zulegen, meint Florin, der sich für EA einen entsprechenden Anteil daran erhofft. (
pte)