Es kommt noch besser: im Netz gefunden
Typisch! Beamte müssen mal wieder als Schlachtvieh herhalten!
Diesen Brief erhielt ich vor kurzem von einer mir bislang unbekannten Behörde. Beamte meldet euch! Wer hat schon ähnliche Erfahrungen mit dieser Behörde gemacht? Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll. Oder kann es sein, dass sich da jemand einen üblen Scherz mit mir erlaubt?
Beschlussstaffel
Der Obermacker
Schauplatz 1
28000 Bremen
Bereich Planung und Realisation
Sachbearbeitung Herr Sommer
Tel. (Durchwahl) 0421/71-126
Fax 0421/71-241
Zimmer 115
Tel. (Zentrale) 0421/71-0
Fax (Zentrale) 0421/71-142
Beschluss-Staffel Postfach 007 28000 Bremen
Michael Brinkmann
Behörde X
Rathausplatz
28200 Bremen
Bremen, den 8. Mai 2001
Beamte als künftige Rohstoffquelle für die Fleischverarbeitende Industrie
Sehr geehrter Herr Brinkmann,
die aktuellen Aufregungen und Unsicherheiten vieler Konsumenten aufgrund der zur Zeit grassierenden Tierseuchen, welche momentan dazu führen, dass abertausende von für den Verzehr gedachten Tieren ihren letzten Weg zur Schlachtbank und schließlich in den Kochtopf einer Hausfrau und alsdann wohl zubereitet im Magen ihres herzallerliebsten, geehrten Freundes oder Gatten oder auch in Ihrem, sehr geehrter Herr Brinkmann, nicht antreten können, sondern verkohlt und unverwertet in Massengräbern auf deutschen Ackern landen, hat mich dazu veranlasst, nach neuen und gesundheitlich risikofreien Wegen zu suchen, um eine gehaltvolle Ernährung für meine und auch Ihre Kinder, Herr Brinkmann, ja schließlich für alle, die sich gesund und ausgewogen ernähren möchten, gewährleisten zu können.
Schließlich ist es für die heutige Gesellschaft und insbesondere die Gesundheit unserer Kinder unabdingbar, dass die moderne und zeitgemäße Frau nicht eines Tages am Herd erschaudert, weil sie ihrem geliebten Manne statt des wohlverdienten Bratens nur noch Salat und andere Absonderlichkeiten der vegetarischen Küche anzubieten vermag.
Tagtäglich berichten unsere Print- und Fernsehmedien über neue erschreckende Erkenntnisse über die unaufhaltsame Verbreitung der bekannten Krankheiten und Seuchen, über die Krankheitsverläufe betroffener Tiere, Übertragungswege und dergleichen. Doch Ihnen dürfte nicht unbekannt sein, dass tausende um tausende Stückzahlen gesunden Schlachtviehs täglich sinnlos geopfert werden, um eine weitere Ausbreitung der Seuchen zu verhindert; sinnlos hingerichtete Tiere, die ihrer körperlichen Existenz und der Möglichkeit, als Gaumenschmaus zu enden, beraubt wurden, nur weil der Verdacht bestand, dass ein Tier der betroffenen Großgruppenaufzucht erkrankt sei. Morde um Morde und sinnloser Tod glücklichem Schlachtviehs.
Leider sind solche Vorsorgemaßnahmen bisher nicht vermeidbar gewesen, da auch unseren hochqualifizierten Wissenschaftlern noch heute versagt wird, Tiere heranzuzüchten, die immun gegen alle bekannten und vielleicht auch unbekannten Krankheiten und Seuchen sind.
Da überholte moralische und ethische Bedenken eine erfolgreiche Vernichtung und Ausrottung der gefährlichen und heimtückischen Tierseuchen verhindern oder zumindest deren Verbreitung verunmöglichen, bleibt uns, zu überlegen, ob alternative Gebiete der Fleischgewinnung erschlossen werden können. Nach reiflicher Überlegung komme ich zu dem Schluss, den ich Ihnen, sehr geehrter Herr Brinkmann, in diesem Schreiben, welches ich voller Überzeugung und mit reinem Gewissen verfasse, erläutern und für dessen Durchsetzung, so mein mir für das Wohl des Volkes gefasster Entschluss, ich mit allen nötigen und erforderlichen Mitteln Sorge tragen werde.
Um meine Gedanken auch Ihnen, als in wissenschaftlichen und anderen Bereichen wenig oder gar nicht bemittelter Mensch ein wenig zu verdeutlichen, führe ich nun einige von mir gesammelte Zitate an, welche, im Ganzen gesehen, nur einen einzigen, den abschließend von mir formulierten Schluss, gelten lassen können.
Aus der Tagesschau vom 25. Februar 2001
"...gelten besonders Hirn und Rückenmark als gefährdend..."
Aus "Die erfolgreiche Aufzucht des Hausschweins" von Hans große Macke
"...so dass jede unnötige Bewegung vermieden werden sollte, die das kleine Schweinchen zur unnötigen Fettverbrennung verleiten könnte..."
Aus "Für die fleißige Hausfrau - was dem Herrn des Hauses besonders mundet" von Achim Zucht
"...gelingt das Kotelett auf feinste, wenn es vor dem Braten Bekanntschaft mit dem Fleischklopfer macht..."
Unzweifelhaft und das wird auch Ihnen, sehr geehrter Herr Brinkmann, klar sein, gibt es derzeit somit nur einen einzigen zum Verzehr unbedenklich geeigneten Lieferant für Braten, Kotelett und Schinken.
Wie die Ironie des Schicksals es will, handelt es sich dabei seit jeher um einen Diener für das Volk, dessen größte und befriedigenste Aufgabe es von nun an sein wird, auch für das Wohl, das leibliche, Sorge tragen zu dürfen, denn welches Lebewesen in diesem, unserem Lande, kann sich wohl rühmen, mit weniger Verstand und Hirn und mit weniger Rückenmark und Rückgrat ausgestattet zu sein? Wer sollte konsequenter auf Fettverbrennung verzichten, als die Diener unseres Staates und wessen Schinken ist schon so weich gesessen, wie die Benutzung eines Fleischklopfers es niemals vermögen würde?
Ein ganz besonderer Vorteil der Verwertung von Beamten als Fleischlieferant liegt auch in der absoluten Bereitschaft und dem Willen, sich keinesfalls von der Eignung für den Verzehr zu befreien. Letzlich hat wohl auch ein jeder schon einmal erfahren, wie sich die Diener des Staates geradezu freiwillig zum Verzehr angeboten haben. Sie kennen sicherlich die allgegenwärtige Aussage eines jeden Beamten, die von sich gibt, sobald jemand sein Zimmerlein verlassen hat, das Angebot, doch einmal Wurst im Naturdarm zu kosten, die ihm angeborene Aussage "Leck´ mich am Arsch!".
Freundliche Grüße
Im Auftrag
(Sommer)
Der Andy