Windows2000 setzt bereits bei der Installation ohne Nachfrage oder alternative Auswahl das unter NTFS neue Feature "Datenkompression" ein. Das bedeutet, dass bestimmte Bereiche der Systempartition (diejenige auf der das Betriebssystem installiert wird) bereits direkt nach der Installation komprimiert sind. Das Defragmentierungsprogramm von O&O (Defrag V2.0 Build 247) zeigt diese Bereiche sehr schön in blauer Farbe an. Daten und Ordner, die komprimiert sind, müssen aber bei Bedarf - sprich wenn sie gebraucht/geöffnet werden, zunächst dynamisch dekomprimiert werden. Dieser Vorgang kostet natürlich Rechenzeit bzw. vor allem Festplattenperformance. Das Problem besteht darin, dass es sich bei besagten automatisch komprimierten Dateien auch um Systemdateien handelt, was bei langsameren Systemen (Festplatte/n, CPU) zu zähem, trägen Verhalten bzw. schlechter Performance auf Ebene von Dateioperationen führen kann. Dieses Handicap verliert bei zunehmender Systemperformance mehr und mehr an Bedeutung, aber längst noch nicht jeder verfügt über ein 700Mhz-System mit schnellen SCSI- oder UDMA-66 Festplatten. Wer also über ein langsameres System verfügt, bei seinem Windows2000-System die beschriebenen "Symptome" beobachtet und etwas zusätzlichen Festplattenspeicher sofern kann/will (wird zur für die komprimierten Dateien dauerhaft benötigt) der sollte mal folgendes ausprobieren:
Alle Ordner und Dateien im Wurzelverzeichnis (Root/erste Ebene) der Partition, wo Windows2000 installiert ist markieren ("Bearbeiten"-> "Alles markieren")
Jetzt einen Rechtsklick auf einen beliebigen dieser Ordner/Dateien ausführen und ganz unten auf "Eigenschaften" klicken.
Im unteren Bereich die Schaltfläche "Erweitert" anklicken.
Wiederum im unteren Bereich befindet sich die Option "Inhalt komprimieren, um Speicherplatz zu sparen". Das Kästchen davor müsste schattiert sein und ein Häkchen enthalten. Das Häkchen zeigt an, dass bereits Ordner und Dateien, der markierten Objekte komprimiert sind, die Schattierung macht jedoch deutlich, dass es sich dabei nicht um alle Ordner/Unterordner und/oder Dateien handelt, sondern nur um einen unbestimmten Teil davon.
Man entfernt nun das Häkchen um alle Dateien, die z.Z. (noch) komprimiert sind, zu dekomprimieren und bestätigt nun unten mit "Ok".
Nachdem man unten in der noch offenen Registerkarte ("Eigenschaften von....) erneut die OK-Taste gedrückt hat, erscheint eine neue Box, in der z.Z. die Option "Änderungen nur für die markierten Objekte übernehmen" aktiviert ist. Dies ändert man aber auf den unteren Wert "Änderungen für die markierten Objekte, Unterordner und Dateien übernehmen", damit auch sämtliche tiefer in den jeweiligen Ordnern liegenden Dateien erfasst und dekomprimiert werden. (Ist ansonsten nicht der Fall) Erneut bestätigt man mit "Ok".
Jetzt heißt es Geduld haben, denn je nach Systemgeschwindigkeit kann es lange dauern, bis diese Aktion für alle betroffenen Ordner und Dateien durchgeführt wurde. Höchstwahrscheinlich werden zwischendurch auch ein paar Fehlermeldungen auftauchen, in denen mitgeteilt wird, dass bestimmte Dateien/Ordner nicht (im laufenden Betrieb) dekomprimiert werden können, was man dann ignoriert bzw. übergeht. (Will man wirklich auch die letzten Dateien auf der Systempartitionen dekomprimieren - was eigentlich nicht notwendig ist - so kann man das nur von außerhalb des laufenden Systems, z.B. über eine zweite, parallel vorhandene Windows2000-Installation wie z.B. eine Windows2000Server oder auch einfach eine weitere Windows2000Pro/Testinstallation erreichen. von dort aus hat man dann auch Zugriff auf die jetzt gesperrten/verweigerten Dateien. Das gilt übrigens auch für andere Fälle)
Geschafft: Das System dürfte jetzt um einiges "runder" laufen. (Am stärksten wirkt es sich wie gesagt bei langsamen Systemen aus)