Eine PC-Direktverbindung mit Windows XP einrichten - Schritt für Schritt
Für den gelegentlichen Datenaustausch zwischen Laptop und Heim-PC ist nicht gleich ein ganzes Netzwerk erforderlich. Die PC-Direktverbindung und ein simples Kabel genügen schon. Das Ergebnis ist eine richtige Netzwerkverbindung, die sich schnell auf- und wieder abbauen läßt.
Die PC-Direktverbindung ist eine Verbindung zwischen einem Gast- und einem Host-Computer. Sie können also zwei Rechner zusammenschließen.
Host-Computer: stellt Ressourcen wie Ordner, Laufwerke oder auch Drucker zur Verfügung
Gast-Computer: nutzt die zur Verfügung gestellten Ressourcen
Die strikte Aufgabenteilung hat zur Folge, dass die PC-Direktverbindung eine Einbahnstrasse ist. Der Zugriff auf die Ressourcen kann nur in eine Richtung erfolgen. Das ist aber nicht weiter schlimm. Wollen Sie die Richtung ändern, beenden Sie einfach eine bestehende Verbindung, legen die Aufgaben neu fest und bauen die Verbindung wieder auf.
Der Gast-Computer nutzt die Ressourcen des Host-Computers (Client/Server-Prinzip). Damit zwei Rechner Daten austauschen können, müssen Sie physikalisch miteinander verbunden sein. Sie haben verschiedene Möglichkeiten:
ein serielles Nullmodemkabel für den COM-Port
ein paralleles Interlinkkabel für den LPT-Port
ein USB-Linkkabel für die USB-Schnittstelle
ohne Kabel: eine Infrarot-Verbindung, wenn beide Rechner über eine entsprechende Einrichtung verfügen
Alle Kabel sind Spezialkabel und unter verschiedenen Bezeichnungen im Fachhandel erhältlich. Nullmodemkabel und Interlinkkabel haben gekreuzte Empfangs- und Übertragungsleitungen, das USB-Linkkabel mit seinen geraden Verbindungen ist stattdessen mit einer Umsatzelektronik ausgestattet.
Äußerlich erkennen Sie ein Kabel für die PC-Direktverbindung daran, dass an beiden Enden der gleiche Stecker sitzt. So hat z.B. ein Nullmodemkabel an beiden Seiten Stecker mit Löchern, während ein normales serielles Kabel zum Anschluß eines externen Modems am PC-Ende einen Stecker mit Löchern und am Modem-Ende einen Stecker mit Stiften hat.
Besorgen Sie also ein geeignetes Kabel und verbinden Sie damit Ihre Rechner. Mehr Hardware brauchen Sie nicht. Nun müssen Sie dafür sorgen, dass sich beide Rechner identifizieren können. Jeder Rechner benötigt einen Computernamen und muß Mitglied einer Arbeitsgruppe sein.
Klicken Sie auf START und dann auf SYSTEMSTEUERUNG.
Doppelklicken Sie in der klassischen Ansicht auf .
Wählen Sie die Registerkarte COMPUTERNAME und geben Sie, wenn Sie möchten, eine Computerbeschreibung ein.
Klicken Sie dann auf ÄNDERN. Hier können Sie den Computernamen und die Arbeitsgruppe festlegen.
Geben Sie jedem Rechner einen anderen aussagekräftigen Namen.
Ordnen Sie aber jeden Rechner der gleichen Arbeitsgruppe zu.
Klicken Sie auf OK.
Haben Sie alles richtig gemacht, wird der Computer in die Arbeitsgruppe aufgenommen. Klicken Sie auf OK.
Dieses Mal ist ein Neustart fällig. Erst dann werden die Änderungen wirksam. Klicken Sie auf OK und noch einmal auf OK und starten Sie Ihren Rechner neu.
Nun können Sie die Ressourcen einrichten, die Sie gemeinsam nutzen wollen.
Bevor Sie Daten zwischen Ihrem Host-Computer und dem Gast-Computer austauschen können, müssen Sie diese erst bereitstellen. Geben Sie auf dem Host-Computer die entsprechenden Ordner frei.
Ebenso können Sie auch Laufwerke oder Drucker freigeben und vom Gast-Computer aus darauf zugreifen.
Ordner freigeben
Suchen Sie den Ordner im Arbeitsplatz.
Klicken Sie den Ordner mit der rechten Maustaste an.
Im Kontextmenü finden Sie den Menüpunkt FREIGABE UND SICHERHEIT, über den Sie die weiteren Einstellungen vornehmen können.
Die nächsten beiden Fenster erscheinen nur bei der ersten Freigabe, die Sie einrichten. Windows macht Sie darauf aufmerksam, dass freigegebene Daten ein gewisses Sicherheitsrisiko darstellen. Darum ist der Remotezugriff zunächst deaktiviert. Klicken Sie auf , auf DATEIFREIGABE EINFACH AKTIVIEREN und auf OK.
Nun können Sie Ihre Daten freigeben. Wählen Sie DIESEN ORDNER IM NETZWERK FREIGEBEN und geben Sie einen Namen für die Freigabe ein. Unter diesem Namen können Sie später auf die Daten zugreifen. Freigabename und Name des Ordners müssen nicht identisch sein.
Legen Sie dann noch fest, ob beim Zugriff über das Netzwerk die Daten verändert werden dürfen und klicken Sie auf OK.
Der freigegebene Ordner wird nun mit einer Hand dargestellt: . Haben Sie sich für die Option NETZWERKBENUTZER DÜRFEN DATEIEN VERÄNDERN entschieden, können Sie vom Gast-Computer aus Dateien in diesem Ordner lesen, kopieren, verschieben, ändern und löschen. Sie können neue Dateien hinzufügen und haben auch Zugriff auf darunterliegende Ordner und Dateien.
Auf die gleiche Weise können Sie auch ganze Laufwerke freigeben, z.B.
Bei der Freigabe eines Druckers verfahren Sie im Prinzip nicht anders, wie bei der Freigabe von Ordnern:
Klicken Sie auf START und dann auf SYSTEMSTEUERUNG.
Doppelklicken Sie in der klassischen Ansicht auf .
Klicken Sie den Drucker mit der rechten Maustaste an und wählen Sie FREIGABE.
Haben Sie schon einen Ordner oder ein Laufwerk freigegeben, ist auch bereits die Druckerfreigabe aktiviert und Sie können gleich einen Namen für die Freigabe eingeben. Ansonsten müssen Sie auch hier den Remotezugriff erst erlauben.
Klicken Sie also ggf. auf , auf DRUCKERFREIGABE EINFACH AKTIVIEREN und dann auf OK.
Klicken Sie auf DRUCKER FREIGEBEN und legen Sie den Namen für die Freigabe fest.
Klicken Sie auf OK.
Nun ist auch der Drucker freigegeben: Nun ist es soweit. Alle Vorbereitungen sind fertig und Sie können die Verbindung aufbauen. Konfigurieren Sie zuerst den Host-Computer.
Klicken Sie auf START und dann auf SYSTEMSTEUERUNG.
Doppelklicken Sie in der klassischen Ansicht auf .
Klicken Sie unter NETZWERKAUFGABEN auf NEUE VERBINDUNG ERSTELLEN. Es startet der Assistent für neue Verbindungen.
Unter Umständen müssen Sie zunächst Ihre Standortinformationen eingeben. Ergänzen Sie die Ortskennzahl und schliessen Sie die Fenster mit OK.
Nun können Sie den Host einrichten. Klicken Sie auf WEITER.
Klicken Sie auf EINE ERWEITERTE VERBINDUNG EINRICHTEN und dann auf WEITER.
Wählen Sie VERBINDUNG DIREKT MIT ANDEREM COMPUTER HERSTELLEN. Klicken Sie auf WEITER.
Legen Sie die Host-Rolle fest und klicken Sie auf WEITER.
Wählen Sie nun das Verbindungsgerät. In diesem Fall handelt es sich um ein Nullmodem-Kabel an COM2. Klicken Sie auf WEITER.
Nun kommt ein wichtiger Schritt. Sie müssen sicherstellen, dass der Gast-Computer die Berechtigung hat, auf den Host zuzugreifen. Hierzu müssen Sie ggf. ein neues Benutzerkonto hinzufügen, und zwar für jeden Benutzer, der sich vom Gast-Computer aus einwählen will.
Will in einer späteren Konfiguration PeterV auf MERCEDES zugreifen, sind die Rollen vertauscht. Jetzt benötigt PeterV ein entsprechendes Konto auf MERCEDES.
Gast-Computer
Starten Sie den Assistent für neue Verbindungen über START - SYSTEMSTEUERUNG - NETZWERKVERBINDUNGEN - NEUE VERBINDUNG ERSTELLEN.
Geben Sie ggf. auch hier Ihre Standortinformationen ein und schliessen Sie die Fenster mit OK. Klicken Sie dann auf WEITER.
Klicken Sie wieder auf EINE ERWEITERTE VERBINDUNG EINRICHTEN, auf WEITER, auf VERBINDUNG DIREKT MIT ANDEREM COMPUTER HERSTELLEN und noch einmal auf WEITER.
Legen Sie nun die Gast-Rolle fest und klicken Sie auf WEITER.
Geben Sie einen Namen für die Verbindung ein. Am zweckmäßigsten ist der Computername. Klicken Sie dann auf WEITER.
Legen Sie auch hier das Kommunikationsgerät fest. Das Nullmodem-Kabel ist bei diesem Rechner an COM1 angeschlossen. Klicken Sie auf WEITER und auf FERTIG STELLEN.
Die erste Verbindung
Sofort versucht der Gast, den Kontakt zum Host herzustellen. Geben Sie den Benutzernamen und das Kennwort ein. Speichern Sie ggf. beides für die eigene Verwendung und klicken Sie auf VERBINDEN.
Die Verbindung steht und wird nun in der Kategorie DIREKT angezeigt.
Wenn Sie wollen, können Sie sich nun die Details anschauen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Verbindung und dann auf STATUS. Wählen Sie das Register DETAILS.
Auch auf dem Host wird die geglückte Verbindung registiert. Sie erscheint hier unter dem Benutzernamen in der Kategorie EINGEHEND.
Auf der Registerkarte ALLGEMEIN oder über das Kontextmenü können Sie die Verbindung wieder trennen.
Wenn Sie wollen, können Sie nun noch eine Konfiguration mit vertauschten Rollen vornehmen. Jeder der beiden Rechner kann dann entweder als Gast- oder als Host-Computer dienen, ohne dass Sie noch einmal etwas umstellen müssen. Achten Sie auf das passende Benutzerkonto und kontrollieren Sie vor der ersten Verbindung, ob die Übertragungsraten gleich eingestellt sind.
Sind Sie mit allem fertig, werden Ihnen alle Verbindungen angezeigt.
TCP/IP ist in den letzten Jahren zum Standardprotokoll in großen und kleinen Netzwerken geworden. Auch Ihre PC-Direktverbindung verwendet das TCP/IP Protokoll, um die Rechner zusammenzuschließen.
Das funktioniert übrigens auch, wenn einer der beiden Rechner bereits Mitglied eines kleinen Netzwerks ist. In diesem Fall gehört er mit seiner Netzwerkkarte zum LAN (Local Area Network) und über das Kommunikationskabel zur PC-Direktverbindung.
Wollen Sie dann noch ins Internet, ist das auch kein Problem. Sie können alles nebeneinander konfigurieren, so wie es für jede Verbindung optimal ist, und außerdem auch alles gleichzeitig nutzen.
IP-Adresse
Im TCP/IP-Netzwerk erhält jeder Rechner eine eindeutige IP-Adresse, über die er im Netzwerk angesprochen wird. Sie besteht aus vier Zahlen zwischen 0 und 255, die jeweils durch einen Punkt voneinander getrennt sind. Alle Rechner werden also einfach durchnummeriert.
Subnetzmaske (Subnet Mask)
Die Subnetzmaske legt dann noch fest, in welches Netzwerk der Rechner gehört. Dies ist vor allem in großen Netzen wichtig, die häufig in mehrere Subnetze unterteilt werden. Auch die PC-Direktverbindung bildet ein eigenes Netz.
Automatische Adressen
Während Sie ein kleines LAN mit sogenannten privaten IP-Adressen selber konfigurieren müssen, z.B. mit
192.168.0.X und der Subnetzmaske 255.255.255.0
wobei Sie für X jeweils eine andere Zahl zwischen 1 und 254 einsetzen, müssen Sie sich um die IP-Adressen der PC-Direktverbindung keine Sorgen machen. Windows weist den beiden Rechnern selbständig IP-Adressen zu:
169.254.X.Y mit der Subnetzmaske 255.255.255.555 für den Host-Computer
169.254.X.Y mit der Subnetzmaske 255.255.255.255 für den Gast-Computer
Auch um die IP-Adresse fürs Internet brauchen Sie sich nicht zu kümmern. Die erhalten Sie von Ihrem ISP (Internet Service Provider) bei der Einwahl.
Anmerkung
Der IP-Adressbereich von 169.254.0.1 bis 169.254.255.254. ist für APIPA (Automatic Private IP Adressing) vorgesehen. Er ermöglicht Ihren Rechern auch dann eine gültige TCP/IP-Konfiguration, wenn keine feste IP-Adresse vergeben wurde bzw. in größeren Netzen kein DHCP-Server gefunden werden konnte.
Die Standard-Subnetzmaske für diesen Adressbereich ist 255.255.0.0. Bei der PC-Direktverbindung wird sie jedoch durch die Subnetzmaske 255.255.255.255 ersetzt, weil die jeweilige Gegenstelle der einzige Rechner ist, der erreicht werden soll.
Der für APIPA verwendete IP-Adressbereich wird von der IANA (Internet Assigned Numbers Authority) reserviert. Die IP-Adressen aus diesem Bereich werden im Internet nicht verwendet.
Client- und Server-Software
Für die PC-Direktverbindung müssen der Client für Microsoft-Netzwerke und die Datei-und Druckerfreigabe aktiviert sein. Windows richtet das automatisch bei der Konfiguration des Host- bzw Gast-Computers ein. Sie müssen also wieder nichts tun. Ihre Internetanbindung bekommt davon nichts mit. Sie arbeitet weiterhin ohne den Client für Microsoft-Netzwerke und die Datei-und Druckerfreigabe.
Adressenpool für die eingehende Verbindung
Sie können auf dem Host einen Adressenpool einrichten, um dem Host- und dem Gast-Computer ganz bestimmte IP-Adressen zuzuordnen.
Öffnen Sie die NETZWERKVERBINDUNGEN über START - VERBINDEN MIT - ALLE VERBINDUNGEN ANZEIGEN.
Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf EINGEHENDE VERBINDUNGEN und dann auf EIGENSCHAFTEN.
Wählen Sie die Registerkarte NETZWERK, markieren Sie den Eintrag INTERNETPROTOKOLL (TCP/IP) und klicken Sie erneut auf EIGENSCHAFTEN.
Klicken Sie auf TCP/IP-ADRESSEN ANGEBEN und geben Sie die erste und die letzte Adresse an, die verwendet werden sollen. Für die PC-Direktverbindung müssen es mindestens 2 Adressen sein (eine für den Host und eine für den Gast), es dürfen aber auch mehr sein. In diesem Beispiel hat die PC-Direktverbindung 5 Adressen zur Auswahl:
192.168.55.1
192.168.55.2
192.168.55.3
192.168.55.4
192.168.55.5
Klicken Sie auf OK und noch einmal auf OK.
Wenn Sie nun eine Verbindung zum Host aufbauen, verwenden Gast-Computer und Host-Computer zwei der festgelegten Adressen aus dem Pool. Sie können das überprüfen.
Klicken Sie hierzu mit der rechten Maustaste auf die Verbindung und wählen Sie STATUS.
Klicken Sie dann auf DETAILS.
Unter Server-IP-Adresse und Client-IP-Adresse finden Sie die entsprechenden Einträge für den Host und für den Gast.
Klicken Sie auf SCHLIESSEN und trennen Sie die Verbindung wieder.