- Ein Verzeichnis ist eine Informationsquelle, die zum Speichern von Informationen über interessante Objekte verwendet wird. In einem Telefonverzeichnis werden Informationen über Telefonteilnehmer gespeichert. Das Verzeichnis eines Dateisystems enthält Informationen über Dateien.
- In einem verteilten Computersystem oder in einem öffentlichen Computernetzwerk wie dem Internet gibt es zahlreiche interessante Objekte, wie z.B. Drucker, Faxserver, Anwendungen, Datenbanken und andere Benutzer. Benutzer möchten diese Objekte finden und verwenden. Administratoren möchten die Verwendung dieser Objekte verwalten.
- In diesem Dokument beziehen sich die Begriffe Verzeichnis und Verzeichnisdienst auf die Verzeichnisse in öffentlichen und privaten Netzwerken. Ein Verzeichnisdienst umfasst im Gegensatz zu einem Verzeichnis sowohl die Quelle der Verzeichnisinformationen als auch die Dienste, die die Informationen für Benutzer verfügbar und verwendbar machen.
Wozu dient ein Verzeichnisdienst?
Ein Verzeichnisdienst ist eine der wichtigsten Komponenten eines erweiterten Computersystems. Häufig kennen Benutzer und Administratoren den genauen Namen eines für sie interessanten Objekts nicht. Unter Umständen sind ihnen jedoch ein oder mehrere Attribute der Objekte bekannt, so dass sie das Verzeichnis abfragen können, um eine Liste der Objekte mit den entsprechenden Attributen zu erhalten. Ein Beispiel: "Suche alle Duplexdrucker in Gebäude 26". Ein Verzeichnisdienst ermöglicht es dem Benutzer, jedes Objekt anhand eines seiner Attribute zu finden.
Ein Verzeichnisdienst bietet folgende Möglichkeiten:
- Erzwingen der durch Administratoren definierten Sicherheit, um Informationen vor Eindringlingen zu schützen.
- Verteilen eines Verzeichnisses über mehrere Computer in einem Netzwerk.
- Replizieren eines Verzeichnisses, um es für eine größere Anzahl von Benutzern verfügbar und fehlerresistent zu machen.
- Aufteilen eines Verzeichnisses in mehrere Speicher, um die Speicherung einer sehr großen Anzahl von Objekten zu ermöglichen.
Ein Verzeichnisdienst ist sowohl ein Verwaltungstool als auch ein Anwendertool. Mit steigender Anzahl der Objekte in einem Netzwerk kommt dem Verzeichnisdienst eine entscheidende Bedeutung zu. Der Verzeichnisdienst bildet den Mittelpunkt, um den sich ein umfangreiches verteiltes System dreht.
Was ist Active Directory?
Active Directory ist der Verzeichnisdienst, der in Windows 2000 Server enthalten ist. Er erweitert die Features früherer Windows-basierter Verzeichnisdienste und fügt völlig neue Features hinzu. Active Directory ist sicher, verteilt, aufgeteilt und repliziert. Es wurde für Installationen jeder Größe entworfen, von einem einzelnen Server mit einigen hundert Objekten bis hin zu Tausenden von Servern und Millionen von Objekten. Active Directory fügt zahlreiche neue Features hinzu, die ein einfaches Navigieren und Verwalten großer Informationsmengen ermöglichen, was zu Zeitersparnissen bei Administratoren und Anwendern führt.
Wichtige Konzepte
Einige Konzepte und Begriffe, die zur Beschreibung von Active Directory verwendet werden, sind neu, andere nicht. Leider werden einige der Begriffe, die bereits eine Weile gebräuchlich sind, für verschiedene Dinge verwendet. Bevor Sie weiterlesen, sollten Sie verstehen, wie die folgenden Konzepte und Begriffe im Kontext von Active Directory definiert sind.
Bereich
Der Bereich von Active Directory ist groß. Er kann jedes einzelne Objekt (Drucker, Datei oder Benutzer), jeden Server und jede Domäne in einem einzelnen WAN (Wide Area Network) umfassen. Zudem kann er eine Kombination mehrerer WANs enthalten. Einige der folgenden Begriffe gelten für mehr als ein einzelnes Netzwerk. Bedenken Sie daher, dass Active Directory bei einem einzelnen Computer, einem einzelnen Computernetzwerk und bei einer Kombination mehrerer Computernetzwerke verwendet werden kann.
Namespace
Wie jeder Verzeichnisdienst ist Active Directory in erster Linie ein Namespace. Auch ein Telefonverzeichnis ist ein Namespace. Bei einem Namespace handelt es sich um einen begrenzten Bereich, in dem ein vorgegebener Name aufgelöst werden kann. Als Namensauflösung wird der Vorgang bezeichnet, bei dem ein Name in ein Objekt oder eine Information übersetzt wird, für das bzw. die der Name steht. Ein Telefonverzeichnis bildet einen Namespace, in dem die Namen der Telefonteilnehmer in Telefonnummern aufgelöst werden können. Das Dateisystem von Windows bildet einen