Mitarbeiter amerikanischer Musik-, Film- oder Software-Firmen könnten künftig ein Problem mit der Einreise nach Australien bekommen. Sollte der Gesetzesvorschlag des demokratischen Kongress-Abgeordneten Howard Berman angenommen werden, drohen Angehörigen dieser Unternehmen in Australien bis zu sechs Monate Haft. Das berichtet das australische Magazin "The Age".
Der US-Gesetzentwurf sieht vor, dass Unternehmen mit illegalen Methoden gegen Filesharing-Netze vorgehen dürfen, ohne dafür rechtlich belangt werden zu können. Dagegen verbietet der Victorian Summary Offences Act von 1966, sich ohne richterliche Erlaubnis Zugang zu einem Computer-System oder Teilen eines Systems verschaffen.
Steve White, Anwalt für Urheberrecht und Computer, spricht von einem "dummen und kontraproduktiven Gesetzentwurf" der zu einem digitalen "Wettrüsten" zwischen PC-Besitzern und den Filesharing-Netzwerken auf der einen und den Rechte-Inhabern auf der anderen Seite führen würde. Dean Kingsley von dem Berater-Unternehmen Deloitte spricht sogar von "staatlich sanktionierter Selbstjustiz".
Die Konsequenzen könnten weitreichend sein. Mitarbeitern betroffener Unternehmen könnte die Einreise nach Australien verwehrt werden, so dass etwa Filmproduktionen in "Down Under" nicht mehr möglich wären. Auch die Filialen amerikanischer Firmen könnten rechtlich belangt werden – vor allem dann, wenn bei Hack-Versuchen auf das Equipment in Australien zurückgegriffen würde.
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