Das vorliegende Advisory fasst die 5 schwerwiegendsten Schwachstellen
im MS SQL Server 7.0 und 2000 sowie der MS SQL Server Desktop Engine
2000 zusammen, die seit Dezember 2001 bekannt geworden sind.
Jede der Schwachstellen ist einzeln in vielen Faellen nur schwer
ausnutzbar, jedoch kann ein Angreifer durch kombiniertes Ausnutzen
mehrerer der Schwachstellen relativ leicht einen Root Compromise auf
dem Opfersystem herbeifuehren.
Die folgenden beiden Schwachstellen wurden im MS Advisory MS02-034 (am
11. Juli 2002 ueber win-sec-ssc verschickt) behandelt:
VU#796313: Fehlerhafte Berechtigungen in der Registry (Privilege Escalation)
Die Berechtigungen auf dem Schluessel der Systemregistrierung, in
welchem die Informationen zum Service Account des SQL Servers
gespeichert sind, sind falsch gesetzt. Somit koennte ein Angreifer
seine Berechtigungen auf dem Server durch Manipulation an diesem
Schluessel erweitern, bis hin zu den Berechtigungen des lokalen
Systems.
VU#225555: Buffer Overflow Bug in der pwdencrypt() Funktion
Durch Ausnutzen dieser nicht naeher beschriebenen Schwachstelle
koennte ein Angreifer unberechtigten Zugriff auf die Datenbanken oder
sogar den kompletten Server erhalten. Die Auswirkung dieser
Schwachstelle haengt ab vom Benutzerkontext, in dem der SQL Server
laeuft.
Die folgende Schwachstelle wurden im MS Advisory MS02-020 (am
18. April 2002 ueber win-sec-ssc verschickt) behandelt:
VU#627275: Buffer Overflow Bug im "extended stored procedures" Feature
Ein Feature von MS SQL Server 7 und 2000 sind sogenannte "extenden
stored procedures", also externe Prozeduren, die von Benutzern fuer
verschiedene Helper-Funktionen aufgerufen werden koennen.
Diese Prozeduren haben allgemein einen Fehler in der Handhabung von
Eingabedaten, die nicht korrekt auf ihre Laenge geprueft
werden. Dieser Fehler koennte von einem Angreifer ueber das Netzwerk
durch manipulierte Datenbankabfragen ausgenutzt werden. Der daraus
resultierende Buffer Overflow kann den SQL Server zum Absturz
bringen. Unter bestimmten Umstaenden koennte der Angreifer sogar Code
auf dem betroffenen System im Benutzerkontext des SQL-Servers ablaufen
lassen (Default: Domain User).
Die folgenden beiden Schwachstellen wurden im MS Advisory MS02-039 (am
25. Juli 2002 ueber win-sec-ssc verschickt) behandelt:
VU#399260 / VU#484891: Heap bzw. Stack Overflow Bug im Resolution Service
Ein MS SQL Server 2000 kann mehrere Instanzen des Datenbankservers
auf demselben System laufen lassen. Die erste Instanz lauscht
standardmaessig auf TCP Port 1433, die uebrigen werden dynamisch an
beliebige hohe Ports gebunden, welche durch eine Art Portmapper ("SQL
Server Resolution Service") vergeben und verwaltet werden, welcher auf
UDP Port 1434 lauscht.
In den "Resolution Services" stecken ein Heap und ein Stack Overflow
Bug, die von einem entfernten Angreifer durch Senden eines speziell
generierten Datenpaketes an den Dienst fuer einen Denial of Service
ausgenutzt werden koennen. Im schlimmsten Fall kann der Angreifer
sogar eigenen Code auf dem Opfersystem im Sicherheitskontext des SQL
Serverdienstes ausfuehren.
Als Workaround kann Port 1434/UDP per Paketfilter gesperrt werden.
Die von Microsoft bereitgestellten Patches finden Sie auch auf unserem
FTP-Server:
MS02-020:
SQL Server 7 (deutsch)
ftp://ftp.cert.dfn.de/pub/vendor/mic...p3_x86_ger.exe
SQL Server 7 (englisch)
ftp://ftp.cert.dfn.de/pub/vendor/mic...p3_x86_enu.exe
SQL Server 2000 (deutsch)
ftp://ftp.cert.dfn.de/pub/vendor/mic...p2_x86_ger.exe
SQL Server 2000 (englisch)
ftp://ftp.cert.dfn.de/pub/vendor/mic...p2_x86_enu.exe
MS02-034:
Englische Version (SQL Server 2000 und MSDE 2000):
ftp://ftp.cert.dfn.de/pub/vendor/mic...0.0650_enu.exe
Deutsche Version (SQL Server 2000 und MSDE 2000):
ftp://ftp.cert.dfn.de/pub/vendor/mic...0.0650_ger.exe
MS02-039:
Englische Version SQL Server 2000:
ftp://ftp.cert.dfn.de/pub/vendor/mic...000_SP2_en.EXE
Patch existiert derzeit nicht in einer deutschen Version.
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