Verbreitung von Spionage-Software im Netz "Besorgnis erregend"
Die Bedrohung durch Spionage-Software über das Internet hat einer neuen Studie zufolge weltweit weiter dramatisch zugenommen.
Im zweiten Halbjahr 2007 legte die Zahl der durch sogenannte Trojanische Pferde und entsprechende Download-Programme infizierten Rechner um 300 Prozent zu. Das ist eines der Ergebnisse einer aktuellen Studie, die der Softwarekonzern Microsoft am Dienstag in London vorstellte.
Finanzielle Bereicherung durch abgegriffene Konto-Daten oder Passwörter sind inzwischen die Hauptmotive für die Angriffe aus dem Netz. Wir beobachten eine deutliche Zunahme von Daten- und Identitätsklau, sagte Klaus Jansen, Bundesvorsitzender beim Bund Deutscher Kriminalbeamter. Bedrohungen über die Informationstechnologie rückten immer mehr in den Blickpunkt polizeilicher Fahndungsarbeit.
In Deutschland liegt der Studie zufolge die Infektionsquote durch Schnüffelsoftware zwar niedriger als beim internationalen Durchschnitt - während die USA, China und Großbritannien im internationalen Vergleich die ersten drei Plätze einnehmen, rangiert Deutschland auf Platz sieben. Doch auch hierzulande nimmt die Verbreitung von Trojanischen Pferden und Trojanischen Downloadern rapide zu, während traditionelle Viren und Würmer an Verbreitung verlieren. Der Anteil der Trojanischen Downloader, also Programme, die Schad-Software über speziell präparierte Internetseiten auf die Rechner einschleust, lag in der zweiten Jahreshälfte 2007 bereits bei 51,87 Prozent gegenüber 38,13 Prozent im ersten Halbjahr. Diese Entwicklung ist Besorgnis erregend, sagte Jansen.
Unter den registrierten Fällen von infizierten Rechnern kamen Würmer im Gesamtjahr 2007 in Deutschland lediglich auf einen Anteil von 4,89 Prozent. Auch Angriffe mit sogenannten Phishing-Mails, bei denen der Nutzer auf fingierte Websites geleitet und aufgefordert wird, persönliche Daten einzugeben, spielen in Deutschland eine weniger große Rolle, da 75 bis 80 Prozent dieser Mails in englischer Sprache verfasst sind. Dagegen fanden die Sicherheitsspezialisten mit 47,16 Prozent die weitaus meisten Angriffe durch Trojanische Downloader, Trojanische Pferde hatten bei Schad-Software einen Anteil von 25,63 Prozent.
Microsoft veröffentlicht seit zwei Jahren halbjährlich den Security Intelligence Report. Als Daten-Basis dienen weltweit mehr als 450 Millionen Computer. Die Informationen zieht Microsoft aus mehreren Quellen. Unter anderem ermittelt das Unternehmen, wie viel und welche Art Schad-Code etwa durch Sicherheits-Programme wie Microsofts OneCare oder dem Malicious Software Removal Tool sowie Software-Updates von Microsoft gefunden und beseitigt werden.
|