Nokia will Subventionen für Bochumer Werk nicht zurückzahlen
Im Streit um die Rückzahlung von Subventionen für das Bochumer Nokia-Werk bleibt der finnische Handyhersteller hart. Wir haben das Geld nicht überwiesen und werden es auch nicht tun.
Das sagte Nokia-Sprecherin Kristina Bohlmann wenige Stunden vor Ablauf der vom Land gesetzten Zahlungsfrist am Montag in Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte von Nokia bis Ende März fast 60 Millionen Euro zurückgefordert, weil der Konzern in Bochum weniger Arbeitsplätze geschaffen haben soll als vereinbart. Nokia bestreitet dies.
Wir sind seit Januar mit der Landesregierung in konstruktiven Gesprächen, sagte Bohlmann weiter. Nokia wolle diese Gespräche trotz der unterschiedlichen Auffassungen beim Thema Subventionszahlungen im Interesse aller Beteiligten fortsetzen. Der Handy-Konzern will sein Bochumer Werk mit mehr als 2000 Beschäftigten Mitte des Jahres schließen. Die Landesregierung will in den Gesprächen erreichen, dass Nokia sich daran beteiligt, möglichst vielen Beschäftigten eine Perspektive am Standort Bochum zu bieten.
Das Land hatte für den Fall, das Nokia die Subventionen nicht zurückzahlt, eine Klage angedroht. Die NRW.Bank bereitet diese Klage vor dem Landgericht Bochum vor. Das Wirtschaftsministerium wartet nach Angaben eines Sprechers derzeit noch auf eine Stellungnahme der Nokia-Anwälte. Sie soll ausgewertet werden, bevor über den Gang vor das Gericht entschieden wird.
ich finde das eine Frechheit von Nokia. Schon die Schliessung des Werkes,aber nun betrifft es ja alle Steuerzahler.
Ich habe immer Nokia-Handys gehabt, aber für mich ist Nokia nun aus Solidarität gegessen, auch wenn ich nie unzufrieden damit war. Ich hoffe, daß das alle Anderen auch machen werden.
Das Problem ist, dass hier clevere Geschäftsleute einen Haufen blutiger Amateure perfekt über den Tisch gezogen haben!
Die Geschäftsleute sind von Nokia, die blutigen Amateure sind unsere "Volksvertreter", die in der Regel bei ihren Entscheidungen von keinerlei Fachwissen behindert werden!
Ich denke nicht, dass Nokia verpflichtet ist auch nur einen Cent zurück zu zahlen.
Nicht dass jetzt einer glaubt, ich sein ein besonderer Freund dieser Entscheidung von Nokia. Ich halte sie moralisch für verwerflich. Nur rechtlich ist sie nun einmal unangreifbar.
Das Land NRW war halt so "schlau", seine Subventionen nur an einen Bestand des Werkes von 10 Jahren zu knüpfen. Und so gesehen, hätte Nokia schon vor 7 Jahren dicht machen können! Außerdem halte ich fast jede Wette, dass in dem Vertrag mit keinem Wort steht, dass die dort beschäftigten Menschen direkt bei Nokia angestellt sein müssen. Totsicher steht da nur etwas von "Arbeitsplätzen". Und da in diesem Werk deutlich über 3000 Menschen gearbeitet haben, hat Nokia diese Verpflichtung (2200 Arbeitsplätze waren es, wenn ich mich nicht irre) erfüllt. Dass davon teilweise die Hälfte über Fremdfirmen dort beschäftigt waren, hat übrigens in den Jahren wo es so praktiziert wurde niemanden gestört!
Vor dem Hintergrund bin ich zwischen zwei Meinungen zur NRW Landesregierung hin und her gerissen.
Entweder sind dort unglaubliche Schaumschläger am Werk, die durch blinden Aktionismus versuchen ihr früheres Versagen zu vertuschen, oder aber die Damen und Herren glauben tatsächlich das, was sie dort verbreiten. Dann wären sie also nicht dreist, sonder atemberaubend dämlich! Vor dem Hintergrund anderer "Entscheidungen" tendiere ich dazu, die zweite Annahme zu favorisieren.
Die Geschäftsleute sind von Nokia, die blutigen Amateure sind unsere "Volksvertreter", die in der Regel bei ihren Entscheidungen von keinerlei Fachwissen behindert werden!
Und die Leidtragenden sind das Volk, so wie Du und ich :-(
Zitat:
Ich denke nicht, dass Nokia verpflichtet ist auch nur einen Cent zurück zu zahlen.
Das denke ich auch, sonst hätte man nicht geprüft sondern verlangt. Ich hoffe trotzdem, das eine Möglichkeit gefunden wird. Man kann Nokia trotzdem zeigen das man so ein verhalten nicht hin nimmt. Mein nicht gekauftes 300€ Handy wird Nokia nicht aus der Bahn werfen, aber wenn das Tausende machen merken die es schon.
[quote]... aber wenn das Tausende machen merken die es schon.[(quote]
Ausgesprochen unwahrscheinlich!
Denn was willst Du denn machen?
Zu Sony Ericsson wechseln. Dem Unternehmen, dass mindestens die dreifache Zahl (verglichen mit Nokia) von Mitarbeitern in Europa in den letzten 5 Jahren abgebaut hat?
Oder BenQ? War da nicht auch was?
Also ich glaube nicht, dass es Dir gelingen wird ein Handy von einem Unternehmen zu erwerben in dem "Gute Menschen" im Vorstand sitzen. Dort ist man auf Profit aus. Die Mitarbeiter sind hier nur Mittel zum Zweck und werden bei Bedarf jederzeit durch preiswertere ersetzt.
Ausgesprochen unwahrscheinlich!
Denn was willst Du denn machen?
Habe ich doch geschrieben. KEINE Ware mehr von Nokia kaufen.
Zitat:
Dem Unternehmen, dass mindestens die dreifache Zahl (verglichen mit Nokia) von Mitarbeitern in Europa in den letzten 5 Jahren abgebaut hat?
Abbauen tun sie alle, das stimmt, aber Nokia war am dreistesten. Vielleicht hast Du Recht, vielleicht sollte ich gar kein Handy mehr kaufen. Wenn ich ehrlich bin brauche ich es gar nicht unbedingt. Zumindest nicht jedes Jahr ein Neues!
Zitat:
Die Mitarbeiter sind hier nur Mittel zum Zweck und werden bei Bedarf jederzeit durch preiswertere ersetzt.
Finde ich schlimm genug, das so gedacht wird. Auch Dein Denken finde ich nicht wirklich gut.
Lieber gar nichts tun, denn es geht mich ja nichts an und ändert eh nichts... Klar, Einzelne können nichts ausrichten, Viele schon.
Ich habe mich dafür entschieden nichts mehr von Nokia zu kaufen und hoffe das viele viele Andere auch so denken.
Natürlich finde auch ich es nicht gut, wie mit den Mitarbeitern umgegangen wird!
Nur hänge ich keinen sozial-romantischen Träumen von dem Gutem im Menschen nach! Der Mensch, und hier der Unternehmer im Besonderen, ist schlecht. Er ist ausschließlich auf seinen Vorteil bedacht und will sich persönlich bereichern.
Glaubst Du ernsthaft, der Bäcker bei dem Du Deine Brötchen kaufst würde seinen Gewinn zu gleichen Teilen mit seinen Angestellten teilen? Oder dass er zögern würde eine seiner Mitarbeiterinnen zu entlassen, wenn sein Gewinn unter "seine persönliche Schmerzgrenze" fällt?
Nur über 2000 fallen halt etwas stärker auf, als eine Bäckereifachverkäuferin.
Und Nokia ist mit Sicherheit nicht am Dreistesten!
Telekom, Deutsche Bank, BMW fallen mir da spontan ein.
Alles Unternehmen, die dicke Gewinne in der Bilanz ausweisen und trotzdem mehr als doppelt soviele Mitarbeiter entlassen.
Aber eigentlich schweifen wir ab!
Denn es geht ja schon längst nicht mehr um die Entlassungen als solche, sondern um die erhaltenen Subventionen, bzw. die Weigerung diese zurück zu zahlen.
Und da scheinen wir uns ja weitestgehend einig zu sein.
Natürlich finde auch ich es nicht gut, wie mit den Mitarbeitern umgegangen wird!
Das macht Dich wieder sympatischer :-)
Zitat:
Nur hänge ich keinen sozial-romantischen Träumen von dem Gutem im Menschen nach!
Ich glaube immer an das Gute im Menschen und diese Ellbogengesellschaft finde ich gar nicht gut.
Zitat:
Glaubst Du ernsthaft, der Bäcker bei dem Du Deine Brötchen kaufst würde seinen Gewinn zu gleichen Teilen mit seinen Angestellten teilen? Oder dass er zögern würde eine seiner Mitarbeiterinnen zu entlassen, wenn sein Gewinn unter "seine persönliche Schmerzgrenze" fällt?
Ich wohne hier in einem kleinen Dorf, da geht alles noch etwas menschlicher zu....
Zitat:
Telekom, Deutsche Bank, BMW fallen mir da spontan ein.
Ich halte es mit fast allen Unternehmen so, ob's was bringt: Keine Ahnung. Für mich aber auf jeden Fall ein besseres Gefühl.
"Fast" weil ich hier z.B. keine Alternative zur Telekom habe.
Zitat:
Aber eigentlich schweifen wir ab!
Da hast Du Recht. Aber das ist auch so ein Thema, worüber ich mich richtig aufregen kann und da kommt dann Eins zum Anderen :-)
So ist das halt nunmal, wenn man versucht dem von uns ALLEN geschaffenen und in der Regel auch gewollten Kapitalismus mit reinem Aktionismus entgegen zu treten.
Wie ich bereits an anderer Stelle hier im Forum schonmal geschrieben habe, sollte der in diesem Post genannte Artikel mal gelesen werden. Dann wird da auch einiges klarer, auch für die, die leider entlassen wurden.
BTW: Ich wurde auch schon zwei mal aus betriebsbedingten Gründen (Auslagerung der Abteilung) entlassen und weiss, wie man sich da fühlt. Wäre ich aber zu der Zeit Geschäftsführer gewesen, hätte ich meine Entlassung als einfacher Mitarbeiter selbst befürwortet.