Mobile Viren sind längst nichts exotisches mehr in den Datenbanken der Viruslabore. In Ländern wie Russland genügt es heutzutage, sich in großen Menschenansammlungen aufzuhalten - in der U-Bahn, im Kino, auf dem Flughafen - und schon ist das Handy in Gefahr. So stieg die Zahl mobiler Malware in den letzten Monaten enorm: War das Auftauchen eines neuen Übeltäters für mobile Geräte vor zwei Jahren noch beinahe eine Sensation, ergänzte Kaspersky Lab seine Antivirus-Datenbanken in diesem Jahr wöchentlich um etwa ein Dutzend Trojaner mit dem Präfix "SymbOS". Alexander Gostev, Senior Virus Analyst bei Kaspersky Lab, erläutert in seiner Studie Ursachen, Wirkung und Tendenzen. Die "Einführung in die Virologie mobiler Geräte" stellt den ersten Teil einer umfassenden Analyse dar, und steht ab sofort unter
www.viruslist.com/de/analysis zum Download bereit.
"Eine mögliche Ursache für die rasche Verbreitung von Schadsoftware für mobile Geräte ist das teilweise geringere Computer-Know-How bei den Mobiltelefon-Nutzern", so Alexander Gostev. "Andererseits nehmen sogar erfahrene Handy-User die Virengefahr für mobile Geräte kaum wahr und sehen sie eher als Problem der Zukunft." Hinzu kommt laut Gostev, dass moderne mobile Viren praktisch über sämtliche Funktionen von Computerviren verfügen. Nur benötigten die Computerviren für die Entwicklung hin zu diesem breiten Funktionsspektrum über zwanzig Jahr, die mobilen Viren hingegen lediglich zwei. "Zweifelsohne haben wir es mit der Gattung von Schadprogrammen zu tun, die sich am dynamischsten und schnellsten entwickelt. Was wir im Moment erleben, ist gerade einmal die Spitze des Eisbergs", so Gostev.