In den USA schießen die Verkaufszahlen des Online-Musikgeschäftes derzeit in die Höhe. Laut Nielson SoundScan ist die Zahl der kostenpflichtig heruntergeladenen Alben im Vergleich zum Vorjahr um 126 Prozent von 6,4 Mio. auf 14,7 Mio. gestiegen. Dagegen sind jedoch die Verkäufe von physischen Alben auf 270,6 Mio. Stück gegenüber dem Vorjahr um rund vier Prozent gesunken. Insgesamt verzeichnen die US-Musikverkäufe einen Anstieg von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
US-Analysten begutachten die Situation dennoch als kritisch. Sie rechnen mit einem Wachstumsrückgang des Online-Musikgeschäftes. Ein Analyst von Pali Research prognostiziert den Rückgang sogar schon am Ende des Halbjahres 2006. Auch ein Marktforscher von Diffusion Group betont: "Das Hyperwachstum des Online-Musikgeschäftes der letzten Jahre ist nun endgültig vorbei".
Laut Thomas Böhm, Pressesprecher vom Verband der österreichischen Musikwirtschaft (IFPI), weist das CD-Album in Österreich mit mehr als zehn Mio. verkauften Einheiten ein Absatzplus von sieben Prozent auf. Grund dafür sei die starke Performanceleistung der österreichischen Produktionen. Eine Verlagerung hin zum dynamisch wachsenden Online-Musikmarkt finde eher beim Verkauf von Einzeltiteln statt, der sich verglichen mit dem Jahr 2004 vervierfacht habe. "Trotz allem ist der Gesamtumsatz des Musikgeschäftes 2005 mit 230 Mio. Euro um zwei Prozent leicht rückläufig", so Böhm im Gespräch mit pressetext. Laut seinen Angaben werde das Online-Musikgeschäft im Gegensatz zur USA weiter zulegen können. "Ein umfassender Katalog mit bereits mehr als zwei Mio. Titeln wird an Online-Shops und mobile Verkaufsplattformen lizenziert und dadurch die Angebotsfülle noch erweitern", so Böhm. (
pte)