Das US-Filmstudio Warner Bros. plant einen Vertrag mit Bittorrent um Filme und TV-Shows legal über das Internet anzubieten. Der ungewöhnliche Deal zwischen dem großen US-Filmstudio und einem Unternehmen, das mit seiner peer-to-peer-Software den illegalen Download von Filmen ermöglicht, hat Empörung innerhalb der Filmindustrie hervorgerufen, berichtet die New York Times (NYT). Warner Bros., eine Tochter des Medienkonzerns Time Warner, verspricht sich auf diese Weise illegale Filmdownloads einzudämmen.
"Wir haben lange mit der peer-to-peer-Technologie gerungen und versucht einen Weg zu finden sie für uns nutzbar zu machen", sagte Kevin Tsujihara, Präsident der Warner Brothers Home Entertainment Group, zur NYT. Warner rechnet im Sommer mit dem Start des Angebots. Die Preise werden von einem Dollar für Fernsehprogramme bis zu regulären DVD-Preisen für Kinofilme reichen. Warner wird zum Debüt seines Services Filme wie "Harry Potter und der Feuerkelch", "Natural Born Killers" und "Wo die Liebe hinfällt" anbieten.
Um das Service zu nutzen, müssen die User die Bittorrent-Software herunterladen. Die herunter geladenen Dateien sind vor weiterer Vervielfältigung geschützt. Um den Film anzusehen, muss ein Passwort eingegeben werden. Der zweite Schutzmechanismus bewirkt, dass der Film nur auf dem Computer abgespielt werden kann, auf den er herunter geladen worden ist. Die Filmstudios versuchen mit legalen Downloadangeboten die Filmpiraterie zu bekämpfen. Vergangenen Monat gründeten sechs größere Filmstudios das Downloadservice Movielink
http://www.movielink.com. In Deutschland startete im April In2Movies
http://www.in2movies.de ebenfalls eine legales Download-Angebot.
Bittorrent ist einer der bekanntesten Umschlagplätze für den als illegal bezeichneten Austausch von Filmen. Mit der Entwicklung der Software hat Bram Cohen, Gründer und Chef von Bittorrent, zwei Probleme des Filesharings elegant gelöst. Indem die digitalen Dateien in kleine Stücke zerlegt werden, wird der Austauschprozess beschleunigt. Der Prozess wird noch mehr beschleunigt, je mehr User Dateien herunter laden, weil die Software die gesuchte Datei bei mehreren Usern gleichzeitig sucht und herunterzieht. Jeder der herunter lädt, gibt seine Dateien ebenfalls zum Download frei - ob man will oder nicht.