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NTFS5 Dateisystem
NTFS5 Dateisystem
Definition: NTFS steht für "New-Technologie-File-System".(Analog zum Betriebssystem Windows NT.) Die Zahl 5 steht nicht etwas - wie zu vermuten wäre - für Version 5 dieses Dateisystems, sondern signalisiert die Zugehörigkeit zu Windows NT-5, das mittlerweile allerdings viel besser unter der Bezeichnung Windows2000 bekannt ist und auch unter diesem Namen verkauft wird.
Zuordnung: NTFS5 ist das Dateisystem von Windows2000 (alias NT-5) und zu keinem anderen/früheren Windows-Betriebssystem - auch nicht NT-4, trotz der starken Verwandtschaft (s.u.) - kompatibel. Es lässt sich also AUSSCHLIEßLICH unter Windows2000 nutzen.
Technisches: Bei NTFS5 handelt es sich genau genommen lediglich um eine - allerdings um sehr interessante/wichtige Features - ergänzte, verfeinerte, erweiterte Version des direkten Vorgängers NTFS(4) des Betriebsystems Windows NT4. Aus technischer Sicht hat sich hier gegenüber letztgenanntem Dateisystem rein gar nichts verändert, weshalb ich an dieser Stelle auf die entsprechende Rubrik verweise (NTFS-Dateisystem)
Vorteile: Wie bereits unter "Technisches" erwähnt hat NTFS5 gegenüber seinem direkten Vorgänger NTFS(4) von Windows NT 4 einige höchst interessante neue Features spendiert bekommen, die an dieser Stelle einmal aufgeführt und beschrieben werden sollen:
Datenverschlüsselung: Das Dateisystem erlaubt dynamische Echtzeitverschlüsselung. Dies kann beliebig auf Basis von einzelnen Dateien, Ordnern/Verzeichnissen oder sogar ganzer Partitionen stattfinden. Nachdem die Daten auf dieser Grundlage verschlüsselt wurden, erhalten Unbefugte, falls sie trotzdem auf irgendeinem Wege Zugriff auf selbige erhalten sollten, nur noch unbrauchbaren Datenmüll. Die Datenverschlüsselung bildet also eine weitere Instanz um sensibles "Material" vor Unbefugten zu schützen/abzuschotten. Das kann besonders im Server-/ E- Comerce- Bereich oder auch im allgemeinen Netzwerkbetrieb von entscheidender Bedeutung für die Datensicherheit sein. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es nach der Datenverschlüsselung zu Problemen mit Defragmentierungsprogrammen wie O&O- Defrag oder Diskeeper kommen kann, die beim Auffinden verschlüsselter Dateien, Ordner oder Partitionen möglicherweise ihren Dienst verweigern. Besonders auf die Systempartition (diejenige wo das Betriebssystem selbst liegt) sollte diese Funktion deshalb nicht angewendet werden.
Datenkompression: Das "neue" Dateisystem unterstützt dynamische Datenkompression. Um Platz zu sparen können einzelne Dateien, Ordner/Verzeichnisse oder wiederum ganze Partitionen dynamisch komprimiert werden. Das heißt, dass es z.B. auch möglich ist, einen komprimierten Ordner anzulegen, der dieses Attribut automatisch an später dort abgelegte Dateien überträgt. (vererbt) Dieses Verfahren sollte genau wie die dynamische Datenverschlüsselung NICHT auf Systemdateien (oder allgemein das Betriebssystem selbst) angewendet werden, da es hier ansonsten - insbesondere auf langsameren Systemen (Festplatten, CPU...) zu sehr zähem/trägen Verhalten bei Dateioperationen (Ordner öffnen, verschieben, kopieren etc.) kommen kann. Wer dieses Verhalten bereits nach der Installation von Windows2000 beobachtet der sollte sich einmal die Rubrik "Dekomprimieren der Systempartition" genauer ansehen, um das zu ändern. Bei schnelleren Systemen dürfte dieser Aspekt jedoch zunehmend an Bedeutung verlieren.
Kontingente/Diskquotas: Kontingente - in der Unix-Welt seit langem besser bekannt als Diskquotas - erlauben dem Systemverwalter (Administrator) den für die einzelnen Benutzer zur Verfügung stehenden Festplattenspeicher (sinnvoll) einzuteilen bzw. zu beschränken um z.B. Kapazitätsengpässe zu vermeiden. Diese Funktion kann natürlich sowohl auf lokaler Ebene, als auch in einem Netzwerk genutzt werden.
Mounten von Laufwerken: Ermöglicht es z.B., Daten auch dann noch "scheinbar" auf einer Partition/Datenträger abzulegen, wenn dieser bereits voll ist. Das kann entweder möglich werden, indem die Kapazität des besagten "vollen" Datenträger/Partition einfach dadurch vergrößert wird, dass man ihm/ihr ein neues Laufwerk bzw. eine neue physikalische Festplatte hinzufügt und die Kapazität auf diese Art und Weise wieder vergrößert. Die beiden Laufwerke erscheinen dem Benutzer dann als ein einziges. Die zweite Möglichkeit besteht darin, bestimmte Verzeichnisse auf dem "vollen" Datenträger einem anderen Laufwerksbuchstaben zuzuordnen. Es sieht dann so aus, als wenn besagter Ordner sich noch immer auf der vollen Partition befindet, obwohl das gar nicht der Fall ist.
Genau wie unter NTFS(4) gilt auch für die neue Version dieses Dateisystems - NTFS(5) - daß die Defragmentierung eines Datenträgers bzw. einer Partition bei sonst gleichen Bedingungen (Größe, Geschwindigkeit des Datenträgers) hier um ein Vielfaches schneller vonstatten geht, als unter Windows 9x mit Fat16 oder Fat32, vorausgesetzt man benutzt ein gutes Defragmentierungsprogramm, wie z.B. O&O- Defrag. So dauert das Defragmentieren einer ca 2GB großen NTFS(5)-Systempartiton mit Windows2000 (mittlerer Fragmentierungsrate) i.d.R. wenige Minuten, während der gleiche Vorgang unter Windows9x schon mal locker eine Stunde in Anspruch nehmen kann, mal ganz abgesehen davon daß man hier - im Gegensatz zu Windows2000 - wegen der schlechten Multitaskingfähigkeit/Trennung der Prozesse nicht anders nebenbei mehr machen kann. Geschwindigkeitstechnisch hat der neue, in Windows Me (Millennium) integrierte Standartdefragmentierer hier gegenüber den Betriebsystem- Vorgängern der Windows9x-Reihe zwar offensichtlich stark zugelegt, aber auch bei diesem Vergleich offenbaren sich noch immer Welten, zwischen den Dateisystemen.
Nachteile: Für NTFS5 gelten grundsätzlich die gleichen Einschränkungen, wie für NTFS(4) von Windows NT 3.5 und 4.0, weshalb ich auf die entsprechende Rubrik ("NTFS-Dateisystem") verweisen möchte. Was hinzukommt, ist die Inkompatibilität zu Windows NT-4, was weiter oben bereits erwähnt wurde.
Gegenüber anders lautenden Aussagen fragmentieren, mit NTFS(5) formatierte Partitionen/Datenträger i.d.R. schneller, als entsprechend mit Fat/32 Formatierte unter Win 9x/Me. Das ist aber insofern nicht weiter tragisch, dass sie sich gegenüber diesen Betriebssystemen auch wieder um ein Vielfaches schneller defragmentieren lassen (s.o.) und dieser Vorgang hier - aufgrund der viel besseren Multitaskingfähigkeit von Windows2000 - auch ohne große Probleme im Hintergrund ablaufen kann, während man weiterarbeitet. Mit NTFS(5) formatierte Datenträger/Partitionen sollten aus diesem Grunde aber sehr regelmäßig defragmentieren werden (am Besten täglich) um starke Performance-Einbrüche zu vermeiden, die bereits bei relativ schwacher Fragmentierungsrate auftreten können. (Wenn die Platte sehr viel am "rödeln" ist, sollte dem User das zu denken geben)
Es ist außerdem leider nicht möglich, Bereiche (Dateien/Ordner/ganze Partitionen) die verschlüsselt wurden, zusätzlich noch dynamisch zu komprimieren oder umgekehrt komprimierte Daten zusätzlich zu verschlüsseln. Diese beiden Features schließen sich gegenseitig aus.
Fazit: NTFS5 ist durch die sinnvollen und praktischen Erweiterungen ohne Zweifel das fortschrittlichste und am weitesten entwickelte aller Windows-Dateisysteme. Die Sicherheit und Ökonomie wurde durch den Ergänzung der neuen Features gegenüber NT4 noch gesteigert, die Verwaltung durch sie z.T. vereinfacht. Nicht grundlos ist NTFS5 das Standartdateisystem des momentan (und auch in näherer Zukunft) leistungsfähigsten Microsoft-Betriebssystems, Windows2000. Natürlich lässt sich dieses Betriebssystem genauso problemlos auf Basis von Fat32 installieren (und ist damit auf langsameren Rechnern sogar noch etwas schneller), aber wer Sicherheit (Datensicherheit/Schutz vor unbefugten Fremdzugriffen) besonders im Netzwerk braucht, für den ist es geradezu Pflicht.
Geändert von Rupps. (05.04.2006 um 08:38 Uhr).
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