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Alt 27.03.2006, 13:30   #1
Lemmi
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Standard Infos zu den Dateisystemen

FAT 16 Dateisystem:

Definition: File Allocation Table (dt. Datei-Zuordnungs-Tabelle), die Zahl 16 steht für 16Bit-Datenbreite (pro Cluster, s.u.)

Zuordnung: Fat(16) ist das Dateisystem der ersten Windows95-Version.(a) Es wurde später (aus Kompatibilitätsgründen zu Win95) auch als Alternative unter Windows-NT4 angeboten, ist für dieses Betriebssystem vor allem aus Sicherheitsgründen jedoch völlig ungeeignet (s.u.)

Technisches: Das Fat(16)-Dateisystem unterstützt 16Bit pro Cluster und kann maximal eine Anzahl von 65.536 Clustern ansprechen. Ein Cluster wiederum kann - je nach Größe der jeweiligen Partition (s.Tabelle unten) - eine Größe von bis zu 32KB haben. Multipliziert man nun die Cluster- Größe von 32KB mit der maximalen Anzahl an Clustern - 32 x 1.024 x 65.526 - dann erhält man einen Wert von 2.147.155.968 Cluster. Dieses entspricht einer maximalen Partitionsgröße von ca. 2.1GB. Größere Festplatten müssen unter Fat16 also auf jeden Fall durch Partitionieren in mehrere Laufwerke (Partitionen) zerlegt werden. Die 32KB Clustergrösse gelten ab einer Partitionsgröße von 1.024MB aufwärts.(s. Tabelle unten)

Die Tabelle zeigt die feste Clustergröße in Abhängigkeit von der Partitionsgröße:

0 bis 128 MByte = 2 KByte
128 bis 256 MByte = 4 KByte
256 bis 512 MByte = 8 KByte
512 bis 1024 MByte = 16 KByte
größer als 1024 MByte = 32 KByte

Vorteile: Fat(16) ist das älteste der vier für alle aktuellen Windows-Versionen der Win9x und der NT-Reihe relevanten Dateisysteme und als solches das einzige, auf das all diese OS ohne Fremdprogramme (z.B. Fat32 for NT, NTFS for Win98) sofort umgehen können, womit sowohl der Schreib- als auch Lesezugriff gemeint ist. Windows95(a,b,c) und Windows98(SE) können sowieso auf Fat(16) Partitionen installiert werden. NT-4 bietet das als Installations-Option an. Windows2000 wird zwar alternativ auf einer Fat32-Partition eingerichtet (wenn man NTFS verneint) hat aber ebenfalls kein Problem im Umgang mit dem einfachen Fat, wie ein Blick auf die Formatierungsoptionen in der Datenträgerverwaltung klarmacht. Dass Windows NT (egal ob 4 oder 5, alias Win2000) auf Basis von Fat (egal ob 16 oder 32) eine äußerst ungünstige Alternative darstellt dürfte klar sein, aber in Einzell-bzw. Ausnahmefällen mit Multibootkonfigurationen, wo zwischen zwei oder mehreren Windows-Betriebssystemen voller Datenaustausch/Zugriff möglich sein muss bzw. volle Kompatibilität herrschen muss, kann diese Tatsche eventl. von Bedeutung sein. Fat(16) ist unter bestimmten Bedingungen auch das schnellste der 4 Windows-Dateisysteme: Je größer die Cluster, desto weniger davon braucht man um eine Partition mit jeweils gleicher Größe zu füllen. Weniger Cluster bedeuten geringeren Verwaltungsaufwand, was wiederum die Geschwindigkeit der betreffenden Partition erhöht. Da Fat32 standardmäßig Cluster von 4KB nutzt ist hier der Verwaltungsaufwand unter Umständen erheblich höer, was dann dazu führt, dass es bis zu 25% langsamer ist, als eine entsprechende Partition. Konkret gibt das für den (allerdings sehr wahrscheinlichen) Fall, dass die betreffende Partition eine Größe von 512-2100MB hat, denn dort würde Fat16 Cluster von 8-32KB einsetzen (s.auch Tabelle), Fat32 hingegen ein feste Größe von 4KB-Clustern. Aufgrund des hohen Sicherheitskonzeptes und der zusätzlichen Features, die mit einem noch höheren Verwaltungsaufwand verbunden sind ist das NTFS-Dateisystem (egal ob NTFS 4 oder 5) bei gleichen Voraussetzungen langsamer als beide Fat-Dateisysteme.

Nachteile: Abgesehen von den unter "Vorteile" beschriebenen Tatsachen, bietet das (veraltete) Fat(16)-Dateisystem nur Nachteile. An erster Stelle ist hier die immense Platzverschwendung zu nennen, die zuminstest beim Einsatz von Partitionen mit heutzutage üblichen Standartgrößen von 1-2GB auftreten. Dort beträgt die feste Clustergröße (s. Tabelle) ja 32KB. Solch ein Cluster wird aber IMMER komplett belegt, selbst wenn die entsprechende Datei, die dort abgelegt wird, beispielsweise lediglich 4KB einnehmen würde. Der übrige Platz geht also verloren. Und es gibt i.d.R. sehr viele derart kleine Dateien. Ein weiterer Nachteil könnte die - aufgrund der begrenzten Anzahl an Clustern - auf maximal 2.1GB limitierte Partitionsgröße sein. Will man die komplette Kapazität einer größeren Festplatte (z.B. 10GB) nutzen, dann ist man auf jeden Fall gezwungen, diese in mehrere Partitionen zu unterteilen. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass Fat (genau wie dessen verbesserter/weiterentwickelter Nachfolger Fat32) im Gegensatz zu Windows-NT (4 und 5, alias Windows2000) keinerlei Sicherheitskonzept (Verzeichnisse/Laufwerke sperren, Ordner verschlüsseln) bietet. Daran lässt sich unter Win9x natürlich eh nichts ändern, da das NTFS-Dateisystem bislang unter diesen Betriebssystemen nicht nutzbar ist.

Fazit: Fat(16) ist veraltet und sollte außer in den unter "Vorteile" genannten Ausnahmesituationen, also in Fällen von Multibootkonfigurationen mit z.B. Win95,98 und NT-4 oder Win2000, wo es auf höchste Kompatibilität ankommt und viel Datenaustausch zwischen den OS angesagt ist ,ohne dass externe Programme zur Verfügung stehen, eigentlich nur noch auf alten, langsamen Win9x- Rechnern mit kleinen Festplatten eingesetzt werden, da es hier ggf. Geschwindigkeitsvorteile gegenüber Fat32 hat. Unter Windows NT (egal ob 4 oder 5/Windows2000) sollte es wenn es sich irgendwie umgehen lässt, wirklich nur in (genannten) Ausnahmesituationen eingesetzt werden, da ansonsten vor allem viele der Sicherheitsfeatures verloren gehen, die das Konzept dieser Betriebssysteme ausmachen. (NT mit Fat/32 steht sicherheitstechnisch kaum besser da, als Win9x)

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